Die Neuzugänge Rayo Vallecano´s im Porträt – Teil 1

Wie in jeder Saison musste Rayo Vallencano auch in dieser Saison große Teile des Kaders neu besetzten.

Den größten Anteil an Abgängen hatte Rayo zu verzeichnen, weil Leihspieler wie Saul Ninguez, Rubén Rochina, Borja López, Iago Falqué oder Stürmer Joaquin Larrivey zu ihren Stammvereinen zurückkehren mussten. Hinzu kommt der Abgang Alejandro Galvez, den es in die Bundesliga zu Werder Bremen zog.

Rayo muss also auch in diesem Jahr wieder den Wegfall von ca. 8-10 Spielern die Stammspieler waren, oder ganz in der Nähe der ersten Elf waren, verkraften.

Die wichtigsten Neuzugänge, die Rayo auch dieses Jahr vor dem Abstieg bewahren sollen, werden in dieser Serie jeweils kurz porträtiert.

 

 

Leo Baptistao

Der Rückkehrer Leo Baptistao ist Rayos Königstransfer. Vor einem Jahr verließ der heute 21 Jahre alte Brasilianer Paco Jemez Hipstertruppe, um sich Atletico Madrid anzuschließen. Der Stürmer war den Rojiblancos, aufgrund einer tollen Saison 12/13, satte 7 Millionen € wert. Bei Atletico konnte Leo Baptistao sich aber nicht gegen Spieler wie Diego Costa, David Villa und Co. durchsetzen, weshalb er nun zurück zu Rayo ausgeliehen wurde um mehr Spielpraxis zu bekommen.

Baptistao noch im Trikot von Rayo. Das Bild ist vom Flickr,  Original und Urheber.

Baptistao noch im Trikot von Rayo. Das Bild ist vom Flickr, Original und Urheber.

Die Stärken des Stürmers sind ziemlich breit verteilt. Er verfügt über eine saubere Ballan- und Mitnahme, eine gute Grundschnelligkeit, und ein ordentliches Kopfballspiel.

Leo Baptistao ist ein mitspielender Stürmer, der sich immer wieder an Überladungen beteiligt oder auch für Ablagen in Richtung Mittelfeld fallen zulassen. Sein Passspiel ist technisch recht sauber und auch einigermaßen strategisch, da er oft den einfachen Pass wählt anstatt direkt den tödlichen Pass zu suchen. So kommt er auf eine durchschnittliche Passquote von 74% und 1.6 Keypasses pro Spiel.

Negativ zu erwähnen ist seine Entscheidungsfindung bei seinen eigentlich ganz ordentlichen Dribblings. Er ist oft zu übermotiviert und verpasst den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel, was dann häufig zum anschließenden Ballverlust führt.

Leo Baptistao ist eigentlich der Typ Angreifer, der allgemeinhin als „kompletter Stürmer“ bezeichnet wird. Nur ein Punkt schränkt diese Einschätzung ein, seine Torquote. Mit nur 0,1 Toren pro Spiel kann diese durchaus als ehr schlecht für einen Mittelstürmer bezeichnet werden.

Bei Rayo wird Leo Baptistao, der auch auf dem Flügel eingesetzt werden kann, wahrscheinlich die Rolle des abgewanderten Stammstürmers Joaquin Larrivey übernehmen.

Baptistao wird sich immer wieder für Ablagen anbieten, durch Läufe Verteidiger binden und im Strafraum eine Option für Flanken und Hereingaben darstellen. Mit seiner Körpergröße von über 1,80m ist er auch hierbei zu gebrauchen.

Alternativ könnte Baptistao aber auch hinter einem anderen Stürmer als hängende Spitze agieren und sich dabei mehr auf Überladungen am Flügel/Halbraum konzentrieren, die er mit seiner Technik wohl auch sinnvoll unterstützen könnte.

Auch defensiv scheint es zwischen Rayo und Leo stimmig zu sein, da Leo fleißig im Pressing und Gegenpressing ist und so Rayos Spielweise genau entspricht. Hinzu kommt bei ihm neben dem Fleiß eine gewisse Cleverness im Lauern auf technische Fehler des Gegners. Er scheint stets darauf zu lauern, dass der Gegner den Ball freigibt, damit er den Ball im Rückwärtspressing, oft aus dem Rücken des Gegenspielers kommend, erobern kann.

Alles in allem besitzt Leo Baptistao das Potenzial auch in dieser Saison, wie schon vor 2 Jahren, der beste Torschütze Rayos zu werden.

 

 

Jozabed Sánchez

Ablösefrei aus der zweiten spanischen Liga trifft Jozabed Sánchez, der sich Jozabed nennen lässt, zu Rayo. Jozabed ist 23 Jahre alt und auf der 6 und der 8 zuhause. Der aus der Jugend des FC Sevilla stammende Spieler entspricht genau dem Klischee über den talentierten spanischen Mittelfeldspieler. Mit 1,80m Körpergröße und 65kg Gewicht ist Jozabed ehr schmächtig und besitzt in Zweikämpfen nicht die besten Voraussetzungen.

Dafür ist Jozabed mobil, wendig, technisch sehr stark, pressingresistent, strategisch klug und kreativ im Passspiel.

Mit diesen Fähigkeiten unterstützt er immer wieder das Aufbauspiel seiner Mannschaft indem er abkippt oder sich nah bei den Innenverteidigern bewegt. Von dieser Position kann er dann den Aufbau ankurbeln wobei er überlegte und strategische Pässe spielt und sich oft auch an Kombinationen beteiligte. Kurze Kombinationen sind eine weitere Stärke Jozabeds.

Bei Real Jaen, seinem letzten Verein, rückte er als 6er im Angriffsverlauf meist nicht so stark mit auf sondern sicherte seinen Kollegen ab. Außerdem versteht er es sich aus dieser Position immer wieder so anzubieten, dass er eine sichere Rückpassoption darstellt, um den Ballbesitz zu sichern.

Trotz dieser er absichernden Rolle gelangen ihm in der letzten Saison 5 Treffer und 10 Vorlagen. Die Vorlagen sind auf seine starken Standarts und kreativen Pässe (1,4 Keypasses pro Spiel), wenn er mal aufrückt, zurückzuführen.

Auch in der Defensive versteht sich Jozabed auf intelligente und effektive Positionierungen. Bei seinen Balleroberungen hilft ihm dies genauso wie sein starkes Timing im Tackling. Trotz seiner geringen körperlichen Stärke gelingen im durchschnittlich 2.9 erfolgreiche Tacklings im Spiel.

Da Roberto Trashorras, im Normalfall, als Rayos tiefster 6er agiert, wird sich Jozabed wohl in einer leicht höheren Rolle im Mittelfeld zurechtfinden müssen. Da er aber auch die Fähigkeiten hierfür besitzt sollten keine Probleme bei ihm Auftreten.

Die große Frage bei Jozabed ist ob er seine Leistungen aus der zweiten Liga in etwa in der ersten abrufen kann. Sollte ihm dies gelingen dürfte er ein ganz hervorragender Transfer für Rayo werden.

Wenn er sein angedeutetes Potenzial abrufen kann wird es wohl auch ihn nicht lange bei Rayo halten.

 

 

Amaya

Mit Antonio Amaya kommt ein alter Bekannter zurück zu Rayo Vallecano.

Mit gerade einmal 19 Jahren wechselte er 2002 in die zweite Mannschaft von Rayo. Nach einem guten Jahr und soliden Leistungen wurde er in die erste Mannschaft hochgezogen. Doch dort erhielt er keine wirkliche Chance und wurde direkt an DU Sanse verliehen. Nach seiner Rückkehr eroberte er sich einen Stammplatz und spielte viele Jahre für Rayo ehe er 2009 mit 26 Jahren  zu Wigan wechselte. Als technisch guter Innenverteidger war er eigentlich relativ gut geschaffen für Wigan unter Roberto Martinez.  Doch der Wechsel stellte sich als ein großes Missverständnis heraus. Unter Martinez bekam er keine einzige Einsatzminute in der Premier League und verbracht das Jahr größtenteils damit zu, für die Reserve von Wigan Athletic zu spielen.

Das Experiment England war schief gegangen, also wurde er für ein Jahr zurück nach Rayo verliehen und ein weiteres Jahr später für ein Bruchteil der Kaufsumme an Betis Sevilla verkauft. Nach vielen erfolgreichen Jahren bei Betis wechselt Amaya nun zum dritten Mal zurück zu seinem Ausbildungsverein.

Dort soll er den nach Bremen verkauften Galvez ersetzen. Ein großes Erbe was für Antonio Amaya aber durchaus zu bewältigen sein sollte. Er ist mit 1,93m ein sehr großer Innenverteidiger, welcher über eine hohe Sprungkraft und ein hervorragendes Kopfballspiel verfügt. Er ist recht schnell und ist wie oben schon angesprochen für seine Position und seine Körpermaße ziemlich gut mit dem Fuß. Er ist perfekt für ein hohes Pressing, da er viele Situationen auf Grund seiner Dynamik entschärfen kann, dazu verhält er sich gut im mannorientierten Verfolgen von Stürmern. Er ist selten zu hektisch und begeht wenige Foulspiele.

Auch eine ballbesitzorientierte Spielweise dürfte ihm liegen, da er sehr solide im Passspiel ist. Teilweise hat ein paar strategische Schwächen, welche bei Rayo aber nicht stark ins Gewicht fallen sollten. Dazu zeigt er oft gut getimte Aufrückbewegungen ins Mittelfeld.

Ob er sich seinen Stammplatz erkämpfen wird ist nicht gewiss, da er mit Abdoulaye einen guten Konkurrenten hat. Festzuhalten ist aber, dass Amaya ein guter Transfer ist, da er ziemlich gut in das Profil eines Innenverteidger  bei  Vallecano passt.  Klar ist er nicht mehr der Jüngste, aber die zuletzt gezeigten Leistungen bei Betis lassen darauf schließen, dass er imstande ist, noch mindestens eine gute Saison zu spielen.

(Das Beitragsbild ist von der Plattform Flickr und wurde nicht verändert. Der Urheber ist Vavel Espana.)

Hier das Original

Über Nils Poker

Konstruktiv, Kreativ, Kombinativ #Spielgeist
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.