Szenenanalyse: spielende Störche null, abgezockte Eiserne zwei

Das im Vorfeld von vielen Experten und Fans antizipierte Duell zweier, in vielen Belangen unterschiedlicher, Aufstiegsaspiranten der Zweiten Bundesliga entwickelte sich zu einer in Ansätzen durchaus interessanten Partie. Die „wahnsinnigen“ Kieler, welche unter Trainer Tim Walter in dieser Saison vor allem mit kreativen und erfrischend unorthodoxen Abläufen im eigenen Ballbesitz –Stichwort: Rollen der Innenverteidiger- für Staunen sorgten, sahen sich der individueller Qualität und dem (mannorientierten) Stabilitätsfokus der Unioner ausgesetzt. Letztlich dominierten die Störche, auch ohne eine Vielzahl klarer Torchancen, ein Spiel, das jedoch die Gäste als glücklichen, jedoch nicht vollkommen unverdienten, Sieger hervorbrachte. Aber der Reihe nach.

Da Kiel weiter auf Stürmer Kingsley Schindler sowie Balancegeber David Kinsombi, und damit auf zwei ihrer wichtigsten Spieler, verzichten muss, wählten sie die gleiche Startaufstellung wie beim überzeugenden 3:1- Auswärtssieg in Bochum letzte Woche. Vorab erwähnenswert ist die Rolle Karazors, welcher im Spielaufbau zurückhaltend agierte und generell fast ausschließlich balancierende Aufgaben hatte.

Bei den Berlinern gab es vier Veränderungen (Lenz für Reichel, Kroos für Zulj, Mane für Hartel und Gogia für Mees) im Vergleich zum 1:1 zu Hause gegen die von Ex-Union-Coach Neuhaus trainierten Bielefelder.

In der Anfangsphase des Spiels waren die Gäste aus der Hauptstadt auch sofort aktiver –der Autor ist sich der etwas paradoxen Wortwahl angesichts ihrer konsequenten mannorientierten Herangehensweise bewusst- und konnten vor allem durch Akaki Gogia ein paar kleinere Nadelstiche setzten.

Die Abstöße Kiels stellten die Eisernen sehr strikt und risikoreich mit Mannorientierungen, teils Manndeckungen, über das ganze Feld zu. Einzig Schmiedebach schien sich nur lose an seinem nominellen Gegenspieler, in diesem Fall Lee, zu orientieren. Dies zeugt vom großen Respekt der Gäste gegenüber der Aufbaustärke Holsteins.  Der FCU zwang Kronholm letztendlich zu einem langen Ball auf Mühling, der hier mal die Seite mit Meffert getauscht hat. Interessant sind auch die breitegebenden Achter, von den gegnerischen Außenverteidigern verfolgt, vor den tief positionierten eigenen Außenverteidigern.

Ungefähr eine Minute später gab es die typische, relativ weiträumige Rotationsbewegungen und flexible Raumbesetzung der Kieler im eigenen Ballbesitz zu sehen. Dehm wird mannorientiert von Gogia angelaufen, passt zurück auf Schmidt und setzt sich Richtung rechte Halbspur in Bewegung. Lee besetzt, immer verfolgt von Christopher Lenz, den höheren rechten Flügel, während Meffert bereits den von Dehm geöffneten Raum erkennt und hineinstartet.

Sechs Sekunden später hat Meffert nun relativ unbedrängt und mit offener Stellung den Ball von Schmidt erhalten. Gogia lässt ab von Dehm und läuft Meffert an. Schmiedebach hat nun lose Dehm im Blick, falls es Meffert gelingen sollte Letzteren anzuspielen. Der Achter entschied sich allerdings für den Diagonalpass auf Okugawa, der sich gut im Halbraum anbietet und den Ball zunächst behaupten kann, dann aber von Hübner gefoult wird. Eines der typischen taktischen Fouls Hübners und der Berliner in dieser Saison. Eine potenziell gefährliche Situation für die Störche -die Folgeoptionen, allen voran eine Verlagerung auf Mühling, waren durchaus vielversprechend-, die „nur“ mit einem Freistoß im Halbfeld beendet wird.

Solche Rotationsbewegungen sind generell ein wichtiges Mittel, um Mannorientierungen zu bespielen. Hierbei muss man anmerken, dass Union größtenteils, abgesehen bei Abstößen der Kieler zu Beginn, keine strikte Manndeckung über den ganzen Platz spielte, sondern situative, vor allem ballnahe, Mannorientierungen einging. Einzig Mane schien seine Bewacherrolle ein wenig zu Ernst zu nehmen. Seine Positionierung sorgte nicht gerade für mehr Balance in dieser Situation.

Nach einem kurzen Einwurf für Union, spielte Friedrich den Ball auf Trimmel, welcher einen seiner, zumindest in diesem Spiel, häufigeren langen Bälle auf oder leicht in den Lauf des kopfballstarken Schweden Sebastian Andersson spielte. In dieser Szene gewann er das Kopfballduell mit Schmidt und legte den Ball auf den nachrückenden Kroos ab, der das Leder jedoch direkt verlor. Der anschließende Kieler Konter führte über den oft auf den rechten Flügel ausweichenden Okugawa, der letztendlich erneut regelwidrig von Hübner gestoppt wird. Der Pfiff von Schiedsrichter Osmers blieb bezeichnenderweise, ob seiner generellen Leistung, aus.

Diese Kopfballablagen nach langen Pässen waren sicherlich eines, wenn nicht das offensive Hauptstilmittel der Hauptstädter in dieser Partie. Sie versuchten erst gar nicht, sich flach nach vorne zu kombinieren und womöglich in einen Konter der Kieler zu geraten, welche prinzipiell gegen den Ball horizontal und vertikal sehr kompakt pressen. Auch hier sind die Handlungsoptionen selbst für einen Christopher Trimmel (Link zu Artikel) begrenzt, da die Kieler ihn recht gut am Flügel isoliert haben. Meffert nutzt bewusst seinen Deckungsschatten in den Halbraum beziehungsweise auf Mane.

Abstoß Union in der 15. Minute. Gikiewicz spielt den Ball kurz auf Friedrich, der den Ball direkt nach vorne schlägt (Stichwort Risikovermeidung). Die Passwege auf Trimmel und Gikiewicz sind zwar offen, die beiden würden aber bei Passempfang sofort unter Druck geraten. Ersterer vom rausschiebenden Meffert und der Torwart von Okugawa, der bereits auf einen Rückpass spekuliert.

Interessant beim Kieler 4-1-2-1-2- Pressing sind die Pressingrollen der Achter, welche jeweils auf den ballnahen gegnerischen Außenverteidiger herausrücken. Im Gegensatz zu Union werden die Aufbauspieler des Gegner auch nicht Mann-gegen-Mann zugestellt, sondern ballorientiert in der Gruppe angelaufen. Sie agieren auch gegen den Ball selbst, anstatt nur auf den Gegner zu reagieren.

Der Ball wechselt in dieser Szene schnell die Mannschaft, indem Hauke Wahl den Zweikampf gegen Kroos gewann. Erneut wurde der Ball auf den nach außen startenden Okugawa verlagert. Als der Japaner den Steilpass auf den ihm im Halbraum vorderlaufenden Dehm spielte, lief Gogia jenem ungestühm in die Hacken. Es soll schon Schiris gegeben haben, die für so etwas auf den Punkt zeigen. Der Frust von Trainer Walter über den Nichtpfiff ist durchaus nachzuvollziehen.

Diese Aufbauszene dreht sich um die markanten Innenverteidigerbewegungen der Norddeutschen. Schmidt passt auf Wahl und sprintet direkt vertikal in den verwaisten Sechserraum, währrend Kroos sofort wieder die Verfolgung aufnahm. Wahl wiederum, unter Druck gesetzt von Andersson, spielt den Ball zurück zu Kronholm und bietet sich unmittelbar im von Schmidt geöffneten Raum für den Doppelpass an. Andersson setzt in der Folge mit seinem Pressinglauf auf Kronholm jedoch geschickt seinen Deckungsschatten auf Wahl ein und zwingt den Torwart zum langen Ball auf den zur Seitenlinie startenden Mühling.

Grafisch festgehaltene Nonkonformität. Beide Innenverteidiger befinden sich fast direkt nebeneinander im rechten Halbraum, während quasi beide Außenverteidiger auf den Flügeln die tiefsten Feldspieler des Teams sind und das Zentrum komplett frei bleibt. Diese für Kiel in dieser Saison symptomatischer Ablauf entstand, indem Wahl kurz vorm Mittelkreis quer auf Schmidt spielte und anschließend einen Diagonallauf nach vorne startete. Natürlich ist diese Staffelung kein Musterbeispiel für vorteilhafte Raumbesetzung, und die Entscheidungen innerhalb der Umformungsbewegungen sind hier durchaus kritisch zu sehen, jedoch wurden die Kieler für ihre Risikobereitschaft, insbesondere im Rahmen ihrer Innenverteidigernutzung, diese Saison bereits weitaus mehr belohnt, als bestraft. Wer konsequent nach fußballerischen Lösungen sucht, braucht eben Mut. Und dieser Mut verdient mindestens, angesichts des Unterhaltungswertes -Fußball ist und bleibt Unterhaltungssport- und der spektakulären Spiele, Anerkennung.

Ich schweife ab, zurück zur Szene! Unions 4-4-2- (Mittelfeld-) Pressing brachte durch die Mannorientierungen mannigfaltige Staffelungen (u.a. 4-2-4, 4-1-1-4, 4-0-2-4, 4-1-4-1) hervor. In dieser Szene verfolgte Kroos Wahls Lauf nur sehr lose, während Andersson, nach erneut guter Deckungsschattennutzung, energisch an Schmidt dranblieb, als dieser nach erfolgtem Pass nach außen auf Dehm ebenfalls einen Vertikallauf tätigte. Dehm blieb dann nur der Rückpass auf Kronholm, da seine Körperstellung nicht offen genug war und sich zudem keine klaren Passoptionen nach vorne anboten. Das gelbe Kästchen stellt zur Verdeutlichung und eigentlich selbsterklärend den Raum dar, den Innenverteidiger mit orthodoxen Rollen einnehmen.

Diesmal keine vertikalen Innenverteidiger aber dafür die größte Chance Holstein Kiels in der ersten Halbzeit. Schmidt dribbelt an und spielt einen Laserpass auf Okugawa im Zwischenlinienraum Unions, der in dieser Situation größer ist als ein Scheuentor. Okugawa erzeugt Übernahmeprobleme bei Unions Innenverteidigung, da er sich aus Hübners Deckungsbereich befreit, indem er sich kurz zurückfallen lässt und im perfekten Moment angespielt wird. Hübner geht die Bewegung nicht mit, da er sonst den kompletten rechten Halbraum der Kieler entblößen würde, welche diesen soeben mit Mühling und Dehm doppelt besetzt haben. Also war es Friedrich der herausrückte. Kiels Stürmer Janni Serra bewegte sich sofort in die Schnittstelle, erhielt auch den Pass seines Sturmkollegen, scheiterte aber an Gikiewicz. Die vorliegende Szene verdeutlicht das Risiko des stringenten mannorientierten Ansatzes der Eisernen, welcher gefährliche Räume für den Gegner öffnen kann, und dazu zählt der Zwischenlinienraum zweifelsohne in besonderem Maße. Positiv hervorheben muss man zudem Kiels starke Raumbesetzung und Bewegungen.

Statt der zu dieser Zeit verdienten Führung für die Hausherren, kam Union in der folgenden Minute fast zu einem Eigentor Kiels von Schmidt, dessen Klärungsversuch nach einer Flanke von Trimmel, mit vorhergegangenem guten Dribbling Friedrichs, am Pfosten landete. Wiederum nur zwei Minuten darauf erzielten die Berliner nach Konter und in Person von Kroos das 0:1. Vorausgegangen war wieder einmal eine zumindest diskussionswürdige Aktion. Friedrich stieß kurz vorm/ im eigenen Strafraum per Kopf mit Lee zusammen. Schiedsrichter Osmers ließ weiterspielen. Bei Betrachtung der Bilder kann man feststellen, dass Union sich nicht über einen Freistoß, oder gar einen Elfmeter, da die Aktion wohl knapp auf der Linie stattfand, für Kiel hätte beschweren können. So allerdings nahm das Schicksal für die Kieler seinen Lauf.

Zur zweiten Halbzeit wechselten Serra und Okugawa die Seiten. Der quirlige, kreative Japaner erzeugte in der ersten Halbzeit einige Durchbrüche auf dem rechten Flügel, wohin er regelmäßig auswich. Der letzte Pass beziehungsweise seine generelle Entscheidungsfindung vorm Tor verhinderten, dass es zu klaren Torchancen kam.

Okugawa hatte auch auf der linken Seite einen ähnlichen Aktionsradius und brachte mit seinen herausragenden Dribblings selbst einen, mittlerweile auch als Außenverteidiger über die meisten Zweifel erhabenen, Christopher Trimmel öfters in unangenehme Situationen. Auf rechts zeigte Lee vermehrt ähnliche Diagonalläufe nach außen.

Die Kieler erzeugten nach dem Seitenwechsel durchaus Druck und hatten die eine oder andere durchaus gute Möglichkeit den mehr als fälligen Ausgleich zu erzielen. Union verlegte sich fortan noch mehr aufs Kontern.

Ballfern rückte van den Bergh extrem weit ins Zentrum ein. So auch hier. Er erhielt den Ball von Wahl und spielte unter Druck einen starken Pass auf den leicht in den Zwischenlinienraum zurückfallenden Lee. Von Hübner sofort bedrängt, verlagerte er den Ball nach links auf Okugawa, der, unterstützt durch das Hinterlaufen von van den Bergh, den Ball anschließend flach in den Rücken der Abwehr hereingab, wo Lee aus sehr aussichtsreicher Position über den Ball schlug. Eine von mehreren Aktionen, in denen Kiel einfach das im Fußball so wichtige letzte Quäntchen Glück fehlte.

Diese sehr druckvolle Staffelung, mit fünffacher Besetzung der letzten Linie ist risikoreich. Bei einem Ballverlust erschien die Staffelung für das Gegenpressing etwas zu flach. Sehr saubere kollektive Bewegungsmuster und -abläufe sorgten jedoch auch hier nicht für den Eindruck, dass ein Ballverlust einen Freifahrtsschein zum Kontern für den Gegner darstellt. Die kraftkostenden Mannorientierungen Unions, auch angesichts von nur 39% Ballbesitz, wurden in der zweiten Halbzeit immer loser und so gab es öfter klarere 4-4-2- Staffelungen im Mittelfeldpressing.

Grundformationen Mitte der zweiten Halbzeit

In der folgenden Szene spielte Kronholm kurz vorm Mittelkreis einen langen Ball auf Serra, der den Ball im rechten Halbraum zunächst stark annahm, ihn aber dann im Zweikampf mit Schmiedebach verlor. Der Ball landete bei Lenz, welcher jenen ebenso prompt wieder abgab. Sein Fehlpass landete in den Füßen von Mühling. In der Folge flankte van den Bergh aber erfolglos. Diese Szene ist ebenfalls typisch für Holstein, da sie stets die wichtigen Offensivräume besetzen. Auch die wichtigen Halbräume werden dabei nicht vernachlässigt.

Die eingewechselte Gladbach-Leihgabe Benes gab hier rechts Breite, während Serra, wie bereits erwähnt, in den Halbraum jener Seite auswich. Lee glänzte anschließend einmal mehr als Balancegeber und besetzte situativ die Spitze des Zentrums. Den linken Flügel besetzte Okugawa oft dynamisch oder gab, im Gegensatz zur ersten Halbzeit, von vorneherein Breite auf dieser Seite. Dies war vor allem nach der Einwechslung Benes’ für Meffert und dem anschließendem Seitentausch mit Mühling der Fall. Letzterer besetzte fortan zumeist den linken Halbraum. Seine Rolle war nicht mehr ganz so weiträumig und flexibel wie noch als nominell rechter Achter.

Eine kohärente Raumbesetzung ist das beste Fundament für ein starkes Gegenpressing. Kiels Präsenz in hohen Zonen lässt die Absicherung oft sehr risikoreich erscheinen. Da sich jene Präsenz jedoch selten „zu flach“ darstellt, sondern sich im Normalfall viele Dreiecke und Rautenstaffelungen bilden, ist auch das Gegenpressing eine absolute Stärke der Kieler, wenn der Ball nach der ersten Aufbauphase in höhere Zonen gespielt wurde.

Üblicherweise stehen einfache lange Bälle, insbesondere Befreiungsschläge aus dem Spiel heraus, nicht im Verdacht als Ausgangsaktionen für ein gutes Gegenpressing herzuhalten (es sei denn, sie werden bewusst als Mittel eingesetzt, indem man einzelne Zonen überlädt, um den Ball direkt mit Folgeoptionen zu sichern oder bei Ballverlust im Gegenpressing sofort zurückzuerobern). Die einzelnen Spieler stehen dann oft zu weit auseinander, sowohl vertikal als auch horizontal, da sie, anders als bei einem sauberen Kurzpassspiel, nicht als Mannschaft/ im Block vorrücken. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache den Gegner trotzdem in eine solche Bedrängnis zu bringen, das Spielgerät sofort wieder zu verlieren, und das unmittelbar am eigenen Strafraum. Der nachrückende Karazor, welcher zudem den Passweg auf Kroos belauerte, Serra, trotz ungünstiger Ausgangsposition nach seinem Ballverlust, sowie vor allem Lee und Mühling beeinträchtigten den Raum und die Optionen Lenz’ und zwangen ihn schlussendlich zu diesem Fehler.

In der Folge erhöhte Kiel das Risiko weiter. Es ergaben sich nun immer mehr Räume für die Berliner. Insbesondere der spielintelligente Hartel wusste in Kontersituationen mit guter Entscheidungsfindung zu gefallen. So hatte er nach Durchbruch einen Pfostenschuss und war zudem maßgeblich am kurze Zeit späteren 0:2 von Andersson in der Nachspielzeit beteiligt.

FAZIT

Der zweite Auswärtssieg in Folge lässt Union immer mehr von der Bundesliga träumen. Urs Fischer gelingt somit das, was seinen Vorgängern nicht vermocht war: die schon lange vorhandene und immer stärkere hohe Einzelspielerqualität in eine gefestigte Ausrichtung einzubetten. Dies wird der Grund dafür sein, dass die Eisernen wohl diesmal bis zuletzt um den Aufstieg mitspielen werden.

Kiel dagegen hatte Probleme in ihren gewohnten Rhythmus zu kommen. Ein Grund dafür war sicherlich die von hoher Intensität im Mittelfeld, mitunter in Phasen hektischer Vertikalität mündend, und vielen Unterbrechungen geprägte Partie, in der der Schiedsrichter die eine oder andere fragwürdige Entscheidung zu verantworten hatte.

Die Nordlichter lassen etwas federn und haben nun fünf Punkte Rückstand auf Union. Vergessen sollte man dabei natürlich nicht, dass die Störche ganz andere finanzielle Möglichkeiten und Zielsetzungen als ihre Konkurrenten im oberen Tabellendrittel haben. Umso mehr muss man der Leistung des von Tim Walter trainierten Teams Anerkennung zollen. Seine ganzheitliche Fußballphilosophie kommt übrigens nicht nur auf dem Feld zur Geltung, sondern auch wann immer er über seinen Trainingsfokus (Credo: „Wir wollen uns stets fußballerisch verbessern.“) oder die Leistung seines Teams redet. Beispielsweise auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dort betonte er seine Zufriedenheit mit der Mannschaft, da sie immer versuche Fußball zu spielen. Klingt kurz und unkomplex. Ist es nicht.

Dass diese Philosophie viel Mut und einen Schuss „Wahnsinn“ erfordert sieht man Woche für Woche in teils spektakulärer Art und Weise. Spannend wird in den nächsten Spielen zu sehen sein, ob es den Schleswig-Holsteinern gelingt, im Aufstiegsrennen zu bleiben. Diese Mannschaft mit ihrem visionären Trainer (Stichwort: Innenverteidigernutzung) würden sicherlich nicht nur die Leser von Konzeptfussball und anderen Taktikportalen gern in der Bundesliga sehen.

Über Chris Winkler

Befürworter von innovativem Fußball mit Anspruch auf Dominanz in allen Spielphasen.
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Ein Kommentar

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