Türchen 5

4vs2 Umschaltrondo

von Alex Belinger

umschaltrondo-uebung1

Aufbau und Grundregeln

Für diese Spielformen wird ein Feld mit zwei Zonen gebildet und je eine Mannschaft mit vier Spielern einer Zone zugeteilt. Die blaue Mannschaft spielt zu Beginn in Ballbesitz auf Ballhalten, zwei Spieler aus dem roten Team gehen in die Zone des blauen Teams und versuchen dort den Ball zu erobern. Die anderen zwei Spieler des roten Teams warten in ihrer eigenen Zone auf eine Balleroberung der pressenden Teamkollegen.

Die Mannschaft in Ballbesitz erhält für eine gewisse Anzahl an Pässen in Folge, die je nach Spielerqualität festgelegt werden sollte, einen Punkt. Erobert einer der zwei verteidigenden Spieler den Ball, so gibt es drei Möglichkeiten. Wenn möglich, soll das Tor, welches sich außerhalb des Feldes befindet, attackiert werden. Gelingt ein direkter Abschluss, so bringt dies drei Punkte. Um das Tor zu attackieren, ist es auch möglich, dass einer der zwei zuvor inaktiven Verteidiger leicht außerhalb des Feldes aufzieht und eine horizontale Anspielstation bildet. Dieser hat zwei Kontakte zur Verfügung, um von dort aus ein Tor zu erzielen, was zwei Punkte bringt. Die dritte Option ist es, den Ball zu sichern und in die eigene Zone zu spielen, um dort durch Passstafetten Punkte zu erzielen. Die andere Mannschaft versucht dies natürlich zu verhindern, in dem nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing gegangen wird. Kann der Ball in die andere Zone gespielt und somit gesichert werden, begeben sich zwei Spieler so schnell wie möglich ins andere Feld, um dort zu pressen.

umschaltrondo-uebung2

Coachingpunkte

Durch die Regeln dieser Spielform steht hauptsächlich das Umschalten in beide Richtungen im Fokus. Die ballerobernde Mannschaft hat drei verschiedene Möglichkeiten, wobei diese durch eine unterschiedliche Punktebewertung geranked sind. So ist es am Wichtigsten, dass Spiel in die Tiefe zu suchen. Der ballerobernde Spieler muss sich dementsprechend orientieren und zuerst in die Tiefe blicken, ob der Weg zum Tor frei ist. Danach folgen horizontale beziehungsweise diagonale Optionen durch den zweiten zuvor pressenden beziehungsweise einem eventuellen aufziehenden, zuvor inaktiven Spieler. Durch die drei unterschiedlichen bewerten Optionen wird einerseits die Orientierung der Spieler geschult, andererseits auch die Entscheidungsfindung, um zu bestimmen, wann es Sinn macht, einen Konter zu starten oder den Ball zu sichern und sich für die Ballbesitzphase neu zu organisieren. Dafür ist die Übung vielleicht ein wenig zu reduktiv, da ein weiterer Ballvortrag nicht beachtet werden muss und dadurch strategische Weitsich fehlt, allerdings können durchaus gut die Entscheidungen im offensiven Umschalten vermittelt werden. Da für die zwei inaktiven Verteidigern die Möglichkeit besteht, sich in die Umschaltsituation einzuschalten, müssen sie das Geschehen in der anderen Zonen aufmerksam verfolgen und im Idealfall eine Balleroberung antizipieren, um den ballerobernden Spieler möglichst schnell unterstützen zu können. So kann er eine horizontale Lösung darstellen, da er allerdings nur zwei Kontakte zur Verfügung hat und aufs Tor abschließen muss, kommt der Ball nach einem Pass auf den Flügel sofort wieder diagonal ins Zentrum.

Gleichermaßen wirken sich die Regeln auf Umschalten auf Defensive aus. Die Ballbesitzmannschaft kann nicht einfach blind ins Gegenpressing starten, sondern muss darauf bedacht sein, zunächst das eigene Tor zu sichern und dann Passwege zu schließen, wofür der Deckungsschatten der Spieler verwendet werden soll.

Wird der Ball in die andere Zone gespielt, muss sich die Ballbesitzmannschaft so schnell möglich sortieren und ihre Positionen einnehmen. Das andere Team dagegen soll so schnell wie möglich ins Pressing gehen, um bereits zu stören, bevor die andere Mannschaft eine gute Struktur eingenommen hat. Natürlich werden auch das Spiel mit und ohne Ball mittrainiert, stehen bei dieser Übung jedoch nicht im Fokus.

Kommentare sind geschlossen