Türchen 17

Mittelzonenspiel

von Nils Poker

Diese Spielform ist ein eigentlich recht freies Spiel, welches durch ein paar Provokationsregeln ergänzt wird. Gerade weil es so frei ist, lebt es vom Coaching des Trainers und vom Engagement der Spieler.

Regeln:

  • 9vs9 auf halbes Feld
  • Tore=5 Punkte
  • 1 Punkt für einen Pass innerhalb der Mittelzone mit erfolgreicher Anschlussaktion
  • 1 Punkt für einen Pass in die Mittelzone und verlassen dieser über eine andere Begrenzung der Mittelzone
  • Pass durch die Mittelzone hindurch

Mit diesen Regeln soll das mannschaftliche Verhalten provoziert werden, welches ich von meiner Mannschaft fordere.

Defensiv:

  • Kompaktheit
  • Zentrumsfokus
  • Hohe Intensität
  • Hohes kollektives (Mittelfeld-)Pressing
  • Hoch stehender Torhüter

Offensiv:

  • Zentrums- und Halbraumfokus
  • Ballzirkulation und Aufbau
  • Diagonalität

Umschaltspiel:

  • Gegenpressing
  • schnelles Umschalten in beide Richtungen

In der Defensive werden die Teams stark gefordert, da sehr intensives kollektives Pressing gefordert wird, um erfolgreiche gegnerische Aktionen durch und im Zentrum zu verhindern. Hier bin auch ich als Trainer sehr gefordert, da ich dieses Defensivverhalten durchgehend coachen muss. Im Offensivspiel coache ich besonders auf ruhiges Aufbauspiel sowie Positionsspiel. Nach Ballverlusten steht natürlich das Gegenpressing im Fokus.

Wichtig ist auch, dass die Punkte durchgehend mitgezählt werden – optimal ist, wenn man hierzu einen Cotrainer dabei hat.

Diese sehr freie Spielform ist sehr abhängig vom eigenen Coaching, sowie von der Tagesverfassung der Spieler, da höchste Konzentration und Intesität gefordert ist, damit es gut läuft. Dies hängt auch wiederum oft unmittelbar vom Coaching ab. An guten Tagen hatte ich mit dieser Spielform aber mit meine geilsten Trainingseinheiten.

Ich hab es bislang nur auf Halbfeldgröße spielen lassen, da hier das Feld kleiner ist und somit die Laufwege kürzer, dafür die Intensität höher. Auf ganzen Feld im 11vs11 wäre es noch schwieriger die Intensität aufrecht zu erhalten und für alle Spieler verständlich zu coachen, alleine schon von der Lautstärke her. Hierfür müsste man schon eher zu zweit sein, wo beide Trainer jeweils in einer Hälfte des Feldes coachen. Auch die Form der Mittelzone müsste wohl angepasst werden, da sie für Großfeld wohl zu sehr groß wäre. Ein Hexagon würde sich anbieten. Da meist weniger Tore erzielt werden auf größeren Feldern, müsste auch der Punktwert eines Tores erhöht werden.

Im allgemeinen kann man wohl sagen, dass umso freier das Spiel ist, umso wichtiger das Coaching zum erreichen der Trainingsziele wird, da es weniger Einschränkungen gibt, die die Ziele provozieren. Dafür hat man in freien Spielen die höchste Spielnähe und sehr gute Trainingseffekte.

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