Liga zon Sagres Analyse: Sporting Lissabon

Sporting Lissabon

Nachdem man letzte Saison zweiter hinter Benfica wurde, planten die Verantwortlichen von Sporting, auf der Ebene des Trainers, eigentlich keine Veränderung. Mit einem sehr jungen Team und insgesamt nur vier Niederlagen schaffte es der erfahrene Trainer Leonardo Jardim auf einen starken zweiten Platz. Doch die gute Saison beim Hauptstadtklub erzeugte auch international viel Aufsehen und so wechselte Jardim zur neuen Saison zu dem steinreichen Klub AS Monaco.

Als diese Entscheidung bekannt wurde, suchten die Verantwortlichen relativ bald nach einer passenden Alternative. Und die passende Alternative fand man schließlich ganz in der Nähe, bei Estoril Praia.
Der gerade einmal 37 jährige Marco Silva spielte lange Zeit seiner Profikarriere bei Estoril, ehe er im Alter von 33 seine Karriere beendete und daraufhin die Sportliche Leitung übernahm. Diese Phase dauerte aber nicht lange, denn nach nur acht Spielen übernahm er die Rolle als Trainer von Estoril. Von da an begann sein steiler Aufstieg. Noch in der ersten Saison schaffte er den Aufstieg in die erste portugiesische Liga. Dies alleine war für den Verein bereits ein riesiger und lang ersehnter Erfolg. Doch die Erfolgssträhne sollte noch weiter gehen, denn in den folgenden zwei Jahren belegte Estoril einen starken fünften und einen noch stärkeren vierten Platz. Damit qualifizierte sich der winzigen Verein für die Europa League. Und so war bei Sporting schnell klar, dass er der richtige Nachfolger für Jardim werden könnte.

Im Sommer wurde bei Sporting nur relativ wenig auf dem Transfermarkt gemacht. Die erste Elf war eigentlich klar und die Mannschaft wurde nur auf langfristige Sicht verstärkt. Am wichtigsten war der Transfer von Montero, den man nach einer sehr erfolgreichen Leihe, endgültig an den Klub binden konnte. Doch im ersten Spiel unter Silva war Sarr der einzige Neuzugang der seinen Weg in die erste Elf fand. Als Königstransfer dürfte aber Nani bezeichnet werden, welcher als Tausch für den guten Halbverteidiger Rojo von Manchester zurück nach Sporting wechselt. Zu diesem Transfer gibt es eigentlich nur wenig zu sagen. Nani hilft mit seiner individuellen Qualität natürlich weiter und kann die Rolle von Heldon aber auch von Carrillo problemlos übernehmen. Theoretisch könnte er auch noch stärker einrückend spielen und den Fokus im Rhythmus etwas stärker auf die Halbräume zu verlagern. Gerade im andribbeln der Halbräume ist er sehr geschickt.

Sporting – Academia de Coimbra 1:1

Grundformation gegen Coimbra. Sieht in diesem Bild aus wie ein 4-3-3 tendiert aber stärker zu einem 4-4-2. Silva tritt sehr tororientiert auf und bewegt sich immer wieder in den Strafraum. Sucht auch gerne die Verbindung zu Montero. Generell zeigen die beiden sehr viele einstudierte Bewegungen, wie zum Beispiel Kreuzbewegungen. Martins agiert als weiträumiger Verbindungsspieler und leicht höherer Sechser, wobei man bei ihm schon von einem Achter sprechen kann, da die Grundposition sehr hoch ist.

Grundformation gegen Coimbra. Sieht in diesem Bild aus wie ein 4-3-3 tendiert aber stärker zu einem 4-4-2. Silva tritt sehr tororientiert auf und bewegt sich immer wieder in den Strafraum. Sucht auch gerne die Verbindung zu Montero. Generell zeigen die beiden sehr viele einstudierte Bewegungen, wie zum Beispiel Kreuzbewegungen. Martins agiert als weiträumiger Verbindungsspieler und leicht höherer Sechser, wobei man bei ihm schon von einem Achter sprechen kann, da die Grundposition sehr hoch ist.

Im ersten Spiel traf er direkt auf eine neue Situation und musste erst einmal lernen, damit umzugehen. Der Gast aus Coimbra ließ sich tief zurück fallen und überlies Lissabon weitestgehend den Ball. Dies war er von seiner Zeit bei Estoril kaum gewohnt. Dort hatte er meistens tiefer gestanden und dem Gegner den Ball überlassen. So konnte er dann gefährlich aus einem sehr lenkenden und isolierenden 4-4-2 Mittelfeldpressing immer wieder temporär in ein höheres Pressing fallen. Nach Ballgewinnen ging es dann blitzschnell nach vorne, wo mit schönen Bewegungen der beiden Stürmern und Flügelspielern für Raum gesorgt wurde. Hier wirkte vieles einstudiert und auch davon erkannte man einiges, bei Sporting, wieder. Doch genau das war gerade das Problem. Selten kamen sie zu gefährlichen Kontern, da der Gegner tief hinten drin stand. Dazu waren die Staffelungen nicht perfekt auf eigenen Ballbesitz ausgerichtet. Sie verflachten zu schnell, die Winkelvielfalt war oft horizontal nicht ausreichend, so konnte man die Angriffe nicht variabel genug zu Ende spielen und sie waren leichter zu verteidigen. Im relativ starren 4-4-2 bekam man kaum Zugriff auf die Halbräume und die meisten Angriffe wurden über die Flügel vorgetragen. Von dort waren es viele individuelle Aktionen der Flügelspieler oder frühe Flanken, die für Gefahr sorgen sollten. So fiel dann auch das einzige Tor von Sporting. Nach einer langen Flanke von Linksverteidiger Jefferson vollendete der rechte Mittelfeldspieler Carillo am zweiten Pfosten mit einem schönen Kopfball ins untere Eck. Zwar ging Sporting so relativ früh in Führung aber trotzdem konnten sie nicht wirklich überzeugen. Das Pressing war schon gut und ebenfalls sehr Estorileske. Sie verschoben passend und gerade Fredy Montero und André Martina zeigten im Verschieben, Lenken und schlussendlich auch im Isolieren der gegnerischen Angriffe auf den Flügeln gute Leistungen. So konnten sie viele lange Bälle provozieren und im Verbund gewinnen. Defensiv stand Sporting sehr sicher und verteidigte gerade in der Viererkette mit vielen mannorientierten Bewegungen, welche dann William in seiner Art ausbalancierte. Das Gegentor in letzter Minute war dann etwas unglücklich. Nach einer hohen Flanke wurde die Situation zu hektisch verteidigt und trotz lokaler Überzahl konnte der Pass auf Lopes nicht verhindert werden, der den Ball versenkte und Silva damit bei seinem Debüt um die wichtigen drei Punkte brachte.

Typische Aufbausituation. William kippt ab und balanciert die Bewegungend er Innenverteidiger auf. Gerade Sarr stößt immer wieder vertikal vor und erinnert mit seinem Passspiel etwas an Martins Indi. Silva lässt sich sporadisch und temporär in den Halbraum fallen. Soll dort aber nicht angespielt werden, sondern nur Spieler binden und Raum auf den Flügel schaffen. Selten wird seine Bewegung im Halbraum bespielt. Soares und Carrilo haben eine sehr klassisches Verhalten auf den Flügeln. Es gibt immer wieder schöne Läufe von Soares, welcher ein schönes Gefühl für solche Käufe Besitz und teilweise sogar im passenden Moment als eine Art Verbindungsspieler fungiert. Auch Heldon und Jefferson sind ähnlich gestrickt, dabei agiert Heldon häufiger einrückend.

Typische Aufbausituation. William kippt ab und balanciert die Bewegungend er Innenverteidiger auf. Gerade Sarr stößt immer wieder vertikal vor und erinnert mit seinem Passspiel etwas an Martins Indi. Silva lässt sich sporadisch und temporär in den Halbraum fallen. Soll dort aber nicht angespielt werden, sondern nur Spieler binden und Raum auf den Flügel schaffen. Selten wird seine Bewegung im Halbraum bespielt. Soares und Carrillo haben eine sehr klassisches Verhalten auf den Flügeln. Es gibt immer wieder schöne Läufe von Soares, welcher ein schönes Gefühl für solche Käufe Besitz und teilweise sogar im passenden Moment als eine Art Verbindungsspieler fungiert. Auch Heldon und Jefferson sind ähnlich gestrickt, dabei agiert Heldon häufiger einrückend.

Fazit:

Am Ende bleibt doch mehr Negatives als Positives. Die Angriffsmuster sind noch nicht vollends gereift und nur lose an die Spieler angepasst. Dadurch entsteht nicht konstant Torgefahr und die Angriffe scheinen noch zu stark improvisiert. Das von Estoril bekannte „strukturierte Raumschaffen“, ist zu vage und nur in wenigen Angriffen zusehen, deshalb entwickelt es noch nicht die gewünschte Durchschlagskraft. Defensiv steht Sporting aber sicher, das Pressing ist schon auf gutem Niveau und auch die Zuordnung scheint relativ stimmig. Die Mannschaft hat sich aber kaum richtig verstärkt. Die Neuzugänge sind diese Saison aber eher als Ergänzung gedacht und wie der Trainer braucht auch die Mannschaft noch Zeit um sich zu entwickeln.

Anmerkung: Der Spielbericht zu Sporting – Benfica kommt im Artikel zu Benfica

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