Die Neuzugänge Rayo Vallecano´s im Porträt – Teil 2

Wie in jeder Saison musste Rayo Vallencano auch in dieser Saison große Teile des Kaders neu besetzten.

Den größten Anteil an Abgängen hatte Rayo zu verzeichnen, weil Leihspieler wie Saul Ninguez, Rubén Rochina, Borja López, Iago Falqué oder Stürmer Joaquin Larrivey zu ihren Stammvereinen zurückkehren mussten. Hinzu kommt der Abgang Alejandro Galvez, den es in die Bundesliga zu Werder Bremen zog.

Rayo muss also auch in diesem Jahr wieder den Wegfall von ca. 8-10 Spielern die Stammspieler waren, oder ganz in der Nähe der ersten Elf waren, verkraften.

Die wichtigsten Neuzugänge, die Rayo auch dieses Jahr vor dem Abstieg bewahren sollen, werden in dieser Serie jeweils kurz porträtiert.

 

 

Licá

 

Vom FC Porto stößt Licá zu Rayo. Der 26 Jahre alte Flügelspieler ist ein weiterer Leihspieler in den Reihen der Rot-Weißen.

Licá ist für einen Flügelspieler relativ robust und besitzt eine nicht außergewöhnliche aber schon ordentliche Grundschnelligkeit.

Die größten Stärken des Portugiesen sind seine Technik und sein Passspiel. Licá´s Technik ermöglicht es ihm Bälle sauber zu verarbeiten und dann ins Dribbling zu gehen oder dem Ball weiter zu spielen. In Porto waren dies seine Grundaufgaben; Breite geben um dann Bälle zu kriegen und entweder ins 1vs1 zu gehen oder einen Pass zu spielen. Sein Passspiel zeichnet sich dadurch aus, dass er meist den einfachen Pass wählt und somit den Ballbesitz aufrechterhalten kann.

Aber grade im offensiven 1vs1 ist Licá nicht als sonderlich konstant einzuschätzen. Er hat nur durchschnittlich in 39% seiner Dribblings auch Erfolg. Teilweise versucht er seinen Gegenspieler durch sehr plumpes Vorbeilegen zu überspielen, was ihm aber wegen seines nicht besonders starken Antritts nicht gelingt. Viele dieser Dribblings gehen relativ linear zur Grundlinie und enden dann in Flanken Licá, die dieser häufig relativ unreflektiert in den Strafraum bringt. So passiert es, dass seine Flanken ehr selten zum Mitspieler kommen, wie auch wenn man in den Strafraum flankt, wo fünf Verteidiger gegen zwei Angreifer verteidigen.

Ob sich Licá bei seinem neuen Arbeitgeber durchsetzen kann, lässt sich nur schwerlich beantworten, da Rayos Stil nicht mit den Portos zu vergleichen ist und Licá Rolle am Flügel eine andere seinen wird. Bei Porto zeigte er teilweise sehenswerte kombinative Ansätze, die aber nicht fokussiert wurden. Dies könnte bei Rayo der Fall werden, wodurch Licá bei größerer Konstanz durchaus die Chance hätte sich Einsatzzeit zu erarbeiten.

 

Gael Kakuta

Schon viel herumgekommen in jungen Jahren ist Gael Kakuta, Rayo stellt bereits die 8 Station in seiner Karriere dar. Dabei galt der 23 Jahre alte französische Offensivspieler früher als ein riesen Talent für das sich der FC Chelsea sogar mit dem Sportgerichtshof CAS anlegte um ihn zu verpflichten. Bei Chelsea konnte Kakuta sich aber nicht durchsetzen und wurde zu anderen englischen Vereinen, nach Italien, Frankreich und in die Niederlande verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Wirklich dauerhaft überzeugen konnte er nirgends.

Vielleicht gelingt es ihm in dieser Saison bei Rayo sein Potenzial einmal voll abzurufen.

Gael Kakuta besitzt alle Fähigkeiten, die man heutzutage als Flügelstürmer braucht. Athletik, Tempo, Dribblingskills und eine starke Technik.

Am auffälligsten beim Franzosen ist wohl seine Athletik mit der es ihm immer wieder gelingt sich im 1vs1, offensiv wie defensiv, durchzusetzen. Hierbei ist er besonders stark wenn er ins raumgreifende Tempodribbling gehen kann, bei dem er alle seine Fähigkeiten ausspielen kann.

Sein großes Problem aber ist seine Inkonstanz, bei ihm wechseln sich oftmals gute und weniger gute Aktionen innerhalb von Minuten ab.

In einer Situation gelingt es ihm zum Beispiel brillant gegen drei Gegenspieler den Ball zu behaupten und einen öffnenden Pass zu spielen. Die nächste Aktion ist dann aber schon wieder schlecht; im 1vs1 an der Seitenlinie verstolpert er dilettantisch und hastig den Ball.

Kakuta´s Chancen sich bei Rayo einen Stammplatz zu erarbeiten sind als unsicher zu bewerten, weil Kakuta eigentlich nicht optimal zu Rayo passt, er wäre besser in einem auf Konter ausgerichteten Team aufgehoben, in dem er sein Tempodribbling besser einbringen könnte.

Kakuta ist nicht der größte Stratege und Kombinationsspieler, ist aber immer wieder für starke individuelle Aktionen gut, mit denen der Gegner überrascht wird.

Bei Rayo könnte er als Rollplayer genutzt werden, der in Spielen zum Einsatz kommt in denen man auf einen unkompakten Gegner trifft, der Kakuta Platz für seine Aktionen lässt. Außerdem ist Kakuta durch seine Athletik auch geeignet um die Defensive zu stärken, weil er im Zweikampf einfach schneller ist als der Gegner.

Ob sich Kakuta durchsetzen kann und konstant in der Lage sein wird Leistung zu bringen wird diese Saison zeigen.

 

Alejandro Pozuelo

Alejandro Pozuelo scheint eine Vorliebe für Ballbesitz-Hipster-Teams zu besitzen, anders ist sein Wechsel Swansea City zu Rayo kaum zu erklären. In Swansea war Pozuelo zwar meist nur in der Joker Rolle aktiv, konnte aber trotzdem sein enormes Potenzial andeuten. Allein sein Spiel gegen Manchester United, letzte Saison, müsste ihn schon für einen Champions-League-Teilnehmer zu einem sehr interessanten Transferobjekt machen.

Pozuelo´s Idealposition dürfte eine Art Freirolle im offensiven Mittelfeld sein, wo er das machen darf was er am besten kann: Kombinieren.

Der bei Betis Sevilla ausgebildete Spanier besitzt, neben hervorragenden technischen Fähigkeiten, die ihm seine Spielweise erst ermöglichen, ein hervorragendes Gespür für den Raum. Pozuelo findet eigentlich überall auf in der gegnerischen Formation Räume, in denen er sich anbietet. Hierbei hat er auch überhaupt kein Problem mit Engen, da er sich bestens darauf versteht sich aus diesen zu Befreien. Dies gelingt ihm über Kombinationen, sprich Ablagen oder Weiterleitungen mit ein oder zwei Kontakten. Alternativ ist Pozuelo aber auch so etwas wie ein raumsuchender Nadelspieler. Mit seiner Wendigkeit, seinem Antritt und seinem technischen Fähigkeiten visiert er immer wieder die kleine, aber trotzdem offene Räume an, wobei meistens schon sein erster Kontakt nahe an der Perfektion ist. Nachdem er sich dann gelöst hat, geht er meist nicht unnötig lange und riskant ins Dribbling, sondern spielt präzise Pässe, wobei er mit seine Passquote von 87% schon sehr stark ist für einen Offensivspieler. Zusätzlich ist sein Passspiel nicht nur genau und meist auch strategisch, anders ist eine solche Passquote wohl auch nicht zu erreichen, sondern auch sehr kreativ und Durchschlagskräftig, wie seine durchschnittlichen 3 Keypasses pro Spiel zeigen.

Auch im Pressing und Gegenpressing scheint Pozuelo eine Verstärkung für Rayo werden zu können, da er im Gegenpressing direkt umschaltet und ein gutes Timing im Tackling besitzt. In Pressing und Gegenpressing kommen Pozuelo natürlich auch seine Wendigkeit und sein Tempo zugute mit denen er sehr gut auch gegnerische Bewegungen reagieren kann.

Bei Rayo dürfte Pozuelo, wenn er von Verletzungen verschont bleibt, ein wichtiger Stammspieler werden. Das Anforderungsprofil, das an einen Flügelspieler oder 10er bei Rayo gestellt wird, passt einfach perfekt zu Pozuelo. Er könnte sogar ganz entscheidend werden für Rayo werden, das teils Probleme hat sich im letzten Drittel Chancen zu erarbeiten, weshalb zu viel geflankt wird. Mit seinen Fähigkeiten im Kombinations- und Passspiel könnte Pozuelo helfen, diese Probleme zu beheben und die Durchschlagskraft zu erhöhen.

 

 

Über Nils Poker

Konstruktiv, Kreativ, Kombinativ #Spielgeist
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