SC Bastia – Olimpique Marseille 3:3 – Die Rückkehr des Marcelo Bielsa

Auf  beiden Trainerbänken gab es neue Gesichter. Beide Trainer feierten sowohl ihr Debüt (Makélélé) als auch die Rückkehr auf die internationale Bühne (Bielsa). Dennoch wird ein leicht grösserer Fokus auf das Team von Bielsa gelegt da sie mit einigen interessanten Aspekten punkten konnten.

Hier die Startaufstellung von Marseille mit dem erkennbaren Fokus auf die linke Seite da sowohl Payet als auch Gignac vermehrt in die linken Feldbereiche auswichen. Unterstützt wird das Gebilde auf links vom aktiven Imbula und dem Ziehspieler in den linearen Durchbrüchen; Alessandrini.

Hier die Startaufstellung von Marseille mit dem erkennbaren Fokus auf die linke Seite da sowohl Payet als auch Gignac vermehrt in die linken Feldbereiche auswichen. Unterstützt wird das Gebilde auf links vom aktiven Imbula und dem Ziehspieler in den linearen Durchbrüchen; Alessandrini.

Olympique Marseille versuchte das Spiel konstruktiv durch die Dreiecksbildung in den Flügelzonen aufzubauen. Dieses Gebilde setzte sich aus dem nach hinten stoßenden und als Wandspieler fungierendem (Alessandrini) dem ballnahen Flügelverteidiger und dem tiefliegendem, engenauflösendem Imbula zusammen. Durch die ,in die seitlichen Räume driftenden, Bewegungen des jungen Sechsers wurde zumeist  ein kurzräumiges und anlockendes Passpiel praktiziert, dessen lokale Enge wurde durch den ballnahen Halbverteidiger aufgelöst welcher entweder auf eine flache oder diagonal weiträumige Verlagerung zurückgriff. Dies war eines der Mittel welches sie nutzen um gegen das gute und disziplinierte Verschieben des Gegners Lücken zu reißen.

Raumschaffende Elemente wurden  auf den Flügeln ausgeführt insbesondere das Herausziehen des gegnerischen  Flügelspielers um ein einfaches zentrales Durchbrechen bzw. eine 1 gegen 1 Situation für die technisch starken Mendy und  Djedjé  zu forcieren oder zumindest neue direkte und zentral angelegte Passmöglichkeiten zu öffnen waren von Wichtigkeit. Zumeist brachten diese Bewegungen jedoch wenig Raumgewinn in ihrem unmittelbarem Umgebungsbereich da SC Bastia es mit ihren aggressiven Mannorientierungen schaffte ein offenes Sichtfeld zu unterbinden. Das Vorschieben von Payet vor die Mittelfeldreihe und darauffolgende direkte One-Touch Weiterleitungen in die weitergezogenen Tiefenläufe von Allesandrini oder Laufwege in die entstandenen Freiräume ,welche bspw. einmal effektiv mit einer kreuzenden Bewegung(Thauvin in die Spitze stoßend/ Payet sich dynamisch aus seinem zentralen Grundraum lösend) bespielt wurden ,waren das weiträumige Resultat der gegnerziehenden Bewegungen.

Flankenfokus mit guten Staffelungen

Auch wenn es enttäuschend klingen mag gab es trotz vielen linearen Durchbruchsversuchen und darauffolgenden Flanken gute lokale Situationen im Sturmzentrum wo sich die gute Tiefenstaffelung bei Abprallern und misslungenen Klärungsversuchen zeigte.Unterstützt wurde dies auch von den einrückenden Flügelverteidgern welche die Breite in solchen Situationen aufgaben und sich stattdessen eingerückt Chancen für einen Ballkontakt machten. Die Lokale Ballung trug auch zu einem besseren Gegenpressing bei ,welches durch die diagonalen Positionierungen der Spieler zu einander sich effektiver auf ein dynamisches raumkomprimierendes Zuschließen auswirkten. Auch an der Breitenstaffelung und mehreren Flankenabnehmern fehlte es zumeist nicht.

Das Lenken ins Zentrum

SC Bastia agierte mit einem typischen 4-4-2 Mittelfeldpressing, in welchem die bogenförmigen ins Zentrum lenkenden Anlaufbewegungen der Stürmer für das Abschirmen und lenken der Angriffe wichtig waren. Da Marseille es vorwiegend über die Bildung einer Raute im Spielaufbau zu umspielen versuchte gab es leicht vertikale verschobene Positionierungen zwischen den beiden Stürmern da sich der ballferne Stürmer meist an Imbula orientierte. Das leicht  aggresivere und höhere Pressing auf der linken Seite wurde meistens durch Gillet angeführt ,welcher ein offenes Sichtfeld und eine Positionierung Imbulas im Zwischenraum zu unterbinden versuchte. Auch die Abkippbewegungen Thauvins in die defensiven Halbräume wurden durch die proaktiven Bewegungen Gillets und den dahinterliegenden sauberen mannschaftstaktischem Verschiebebewegungen ( insbesondere durch das Einrücken von Ayite und dem tiefen Ausbalancieren von Cahuzac) zusätzlich erschwert.

Instabil gegen den Ball

Ein höheres Pressing bei Marseille wurde zumeist über die durchschiebenden  äußeren Feldspieler(Allesandrini,Thauvin) forciert. Die Effektivität dieser Pressingbewegungen wurde durch die Orientierung von Payet am jeweiligen horizontalen Verbindungsspieler erhöht. Sein intelligentes Zustellen trug zu den ungünstigen isolierenden Situationen in den Flügelbereichen von SC Bastia bei ,durch welche das Einbüßen von Raum und der  Weg ins eigene Drittel unüberwindbar waren.Oft gab es auch mannorientierte Szenen von Imbula ,welcher die schon grundlegend eng stehenden 4 offensiven Feldspieler bei der Abdeckung der ballnahen Anspielstationen unterstützen sollte. Dabei zeigte er sich aber zu schwach und Zugriffsorientiert in der Entscheidungsfindung durch welche er oft aus seiner Grundposition herausgezogen und nicht strategisch wertvoll Kompaktheitsergänzend auftreten konnte. Durch dieses höhere Pressing standen sie meist zweigeteilt da weil sie durch die Zuordnungen in der letzten Linie die Tiefenläufe der rochierenden Flügelspieler aufzufangen hatten. Insbesondere der offene Zwischenlinienraum wurde zum Problem da sie nicht mehrschichtig da standen um die gute Tiefenstaffelung in den Offensivaktionen von Bastia zu unterbinden. Rückwärtspressende Aktionen von Alessandrini und Thauvin wurden auch praktiziert waren aber oft nicht gut genug strukturiert da sie kaum in schon kompakt stehende Räume stoßen konnten um Ballgewinne zu forcieren (sind eben nicht auf dem individualtaktischen Niveau von  Ja-Cheol-Koo oder Vidal um es geschickter anzustellen).Abgesehen vom linken Flügel ,wo sich Alessandrini manchmal bogenförmig in die Schnittstelle zwischen Mendy und Imbula bewegte ,waren die zurückfallenden Pressingbewegungen meist nicht optimal eingebunden.

Der Fokus auf die zentrale Zone und die klare Unterteilung in einen vertikalen;weiträumigen ZM und einen absichernden eher horizontal agierenden DM.

Der Fokus auf die zentrale Zone und die klare Unterteilung in einen vertikalen;weiträumigen ZM und einen absichernden eher horizontal agierenden DM.

Generell bediente sich  SC Bastia an einem angemessenen Repertoire an gruppentaktischen Bewegungen in ihren Offensivszenen. Inverse  Läufe von den Flügelspielern ,welche für Probleme beim Übergabemoment sorgten und wechselnde Tiefengeber sorgten für Probleme. Zumeist wurde Brandao mit langen Bällen bespielt welche er dann auf den präsenten und umtriebigen Maboulou oder den eher spiel gestalterischen Boudebouz ablegte. Ayite stoß während dessen immer wieder druckvoll diagonal in die Spitze was sich dann wiederum auch geschickt raumschaffend in die Offensivstrukturen von Bastia einfügte.

 

Über Alex Belinger

War als Kind zu oft in Italien auf Urlaub und mag jetzt italienischen Fußball.
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