WM Vorschau: Kamerun

Kamerun

Die neue Serie beginnt natürlich mit Gruppe A und wenn über Gruppe A geredet wird, fällt natürlich zu allererst der Name des Titelfavorits und Gastgebers Brasilien. Und genau deshalb beginnen wir mal mit dem interessanten Team aus Kamerun.

Grundformation von Kamerun. Mögliche Alternativen sind Nounkeu in der Defensive entweder in der Innenverteidigung oder als Außenverteidiger. Matip wird zu beginn wahrscheinlich nicht in der Startelf stehe, da er in der jetztigen Struktur nicht für die Position des Achters geeigent ist. Könnte aber gegen stärkere Gegner etwas defensiver als zweiter Sechser auftreten.  Makoun hat gerade in der Qualifikation sehr gute Spiele geliefert und sich den Stammplatz vor Enoh ergattert. Im Sturm wird die einzige wirkliche Alternative Webo, wohl wegen einer Schulterverletzung ausfallen.

Grundformation von Kamerun
Mögliche Alternativen: Nounkeu in der Defensive entweder in der Innenverteidigung oder als Außenverteidiger. Matip wird zu Beginn wahrscheinlich nicht in der Startelf stehen, da er in der jetztigen Struktur nicht für die Position des Achters geeignet ist. Könnte aber gegen stärkere Gegner etwas defensiver als zweiter Sechser spielen. Makoun hat gerade in der Qualifikation sehr gute Spiele geliefert und sich den Stammplatz vor Enoh ergattert. Im Sturm wird die einzige wirkliche Alternative Webo, wohl wegen einer Schulterverletzung ausfallen.

Nach einer enttäuschenden WM ohne Punktgewinn in Südafrika wollte man einen Neuanfang starten und verpflichtete Javier Clemente. Es folgten drei turbulente Jahre. Nachdem Clemente die Qualifikation für den Afrika-Cup 2012 verpasste, wurde er nach nur acht Spielen entlassen. Sein Nachfolger, der Franzose Denis Lavagne brachte es auf ganze fünf Spielen ehe er auf Grund schlechter Ergebnissse ebenfalls entlassen wurde. Interimscoach wurde Jean-Paul Akono. Er war aber nicht als langfristige Lösung geplant und musste nach vier Spielen dem in Deutschland gut bekannten Volker Finke sein Amt übergeben. Dieser sollte die Lions Indomptables, die unbezämbaren Löwen aus Kamerun für die WM in Brasilen qualifizieren. In zwei Spielen gegen Tunesien gelang es ihm dann endlich das Ticket für Brasilen zu lösen. Dort könnte das Team aus Kamerun dank Finke wieder eine der taktischen Leckerbissen werden. Denn schon nach sieben Spielen erkennt man die Handschrift von Volker Finke. Neben einer Ballbesitzorientierten Spielweise hat er ein intelligentes und passwegorientiertes Pressing installiert. Im 4-3-3 wird probiert die Verbindungen zu den Außenverteidigern zu kappen und den Gegner in die Mitte zu lenken. Die beiden Flügelspieler orientieren sich an den Passwegen zu den Außenverteidigern und lenken so das Spiel von den Flügeln weg in die Mitte. Der Stürmer probiert die Verbindung zwischen den Innenverteidigern zu kappen und das Spiel auf einen Innenverteidiger zu lenken. Diesem ist nun nur der Raum in die Mitte geöffnet. Wird der Ball dorthin gespielt verhalten sich die drei Spieler im Zentrum sehr mannorientiert und probieren über ihre physischen Fähigkeiten die Bälle zu gewinnen. Eine Drehung des Sichtfeld wird unter allen Umständen vermieden, teilweise sehr riskante und dynamische Läufe sollen die Gegner zu hektischen Aktionen zwingen. Das Pressing ist gut strukturiert und vereint brillant die physischen Fähigeiten des Teams mit den wichtigen Pressingaspekten im modernen Fussball.

Typisches passwegorientiertes Pressing von Kamerun Die zweite Phase des Pressings ist schon eingeläutet. Portugal wurde in die Mitte gelenkt. Choupo-Moting nimt Coentrao in den Deckungsschatten. Etoó trennt den zweiten Innverteidiger ab und Aboubakar orientiert sich, nachdem der Ball zum Sechser von Portugal kam an dem Passweg zum zweiten Innverteidiger. Nach und nach wurde Portugal im Zentrum isoliert. Als der Sechser William den Ball bekommt hindert Song ihn daran sein Sichtfeld zu drehen. Er kann nur noch zurück zum Torwart spielen, da alle anderen Passwege zugestellt sind. Dies erkennt Eto´o und startet in Richtung Torwart, der ist aber gerade rechtzeitig da und grätscht den Ball ins Seitenaus. Kamerun erzielt mit minimalem Laufaufwand maximalen Gewinn.

Passwegorientiertes Pressing von Kamerun
Die zweite Phase des Pressings ist schon eingeläutet. Portugal wurde in die Mitte gelenkt. Choupo-Moting nimmt Coentrao in den Deckungsschatten. Eto´o trennt den zweiten Innenverteidiger ab und Aboubakar orientiert sich, nachdem der Ball zum Sechser von Portugal kam, an dem Passweg zum zweiten Innenverteidiger. Nach und nach wurde Portugal im Zentrum isoliert. Als der Sechser William den Ball bekommt, hindert Song ihn daran, sein Sichtfeld zu drehen. Er kann nur noch zurück zum Torwart spielen, da alle anderen Passwege zugestellt sind. Dies erkennt Eto´o und startet in Richtung Torwart, der ist aber gerade rechtzeitig da und grätscht den Ball ins Seitenaus. Kamerun erzielt mit minimalem Laufaufwand maximalen Gewinn.

Erst wird das Spiel des Gegners nur passiv mit Hilfe von Deckungsschatten in strategisch günstige Räume gelenkt, ehe die Spieler über überragende Physis den Ball gewinnen. Die Höhe des Pressings variiert im Spiel öfters, ist aber als höheres Mittelfeldpressing zu beschreiben. Ab und an gibt es auch hohes Angriffspresssing zu sehen, welches gegen individuell bessere Teams aber eher problematisch ist. Neben dem Pressing wurde auch das Gegenpressing noch stärker fokussiert. Dieses ist momentan noch eher schwach, da man nicht konstant passende Gegenpressing Staffelungen erzeugen kann. Es ist aber davon auszugehen, dass der Fokus in der Vorbereitung auf der Verbesserung des Gegenpressings liegen wird. Der Primärefokus sollte aber auf der Offensive liegen. Dort hat man zwar die größte Dichte an individuell guten Spielern, doch man tut sich immer wieder schwer, diese in Szene zu setzen. Die Staffelungen sind oft schlicht unpassend oder zu linear. Die Abstände zwischen den drei zentralen Spielern und den drei vordersten Spielern stimmen nicht konstant. Die Außenverteidiger finden im Aufrücken noch nicht das passende Timing, dadurch müssen die Flügelspieler zu lange breit bleiben und mögliche Bewegungen in die Mitte sind einfacher zu verteidigen. Es gibt selten Überladungen oder Kombinationen auf engen Räumen. Gefährliche Aktion werden über die individuelle Qualität der drei vordersten Akteure ausgelöst. Durch mehrfache Rochaden wird probiert Raum zu schaffen, der dann durch schnelle raumgreifende Dribblings genutzt wird. Dies ist aber sehr einfach zu verteidigen und es entstehen nur selten klare Durchbrüche oder eindeutige Torchancen. Die meisten Schüsse werden nach inversen Dribblings der Flügelspieler ausserhalb des Strafraums abgegeben. Diesem Angriffsmuster entsprangen mehr oder weniger direkt die beiden Tore gegen Mazedonien, auch wenn hier zweimal gewaltiges Glück im Spiel war. Großteilig sind die Angriffsstrukturen also eher einfach und sehr an die individuelle Klasse der Akteure gebunden. Es gibt aber auch immer wieder Phasen in denen passende und gewinnbringende Strukuturen gezeigt werden. Wenn zum Beispiel die Achter oder unregelmäßig auch Song in ihre teilweise etwas chaotischen Form nach vorne stoßen und somit Synergien herstellen, Kombinationen anregen, Raum schaffen, klare Strukturen aufbrechen oder mit vertikalen Sprints für Tiefe im Spiel sorgen. Dann gelingt es dem Team klare Torchancen zu kreieren oder dank der besseren Staffelungen im Gegenpressing einige Bälle zurück zugewinnen. Diese Staffelungen werden aber noch zu unkonstant hergestellt, man fällt zu oft in alte einfachere Muster zurück. Die guten Phasen lassen aber erkennen, dass Volker Finke die Probleme der letzten Jahre erkannt hat. Abschließend lässt sich sagen, dass der Gymnasiallehrer für Geschichte, Sport und Gemeindschaftskunde trotz seiner kurzen Amtszeit (7 Spiele) schon vieles verbessert hat. Bis zu der WM muss er aber noch an vielen Schrauben drehen. Sowohl taktisch als auch individuell hat Kamerun aber durchaus, das Potenzial in Brasilien zu einer der großen Überraschungen zu werden.

Über CF

Taktik. Ballbesitz. Veloso. Twitter: CF
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