Türchen 7

Schnittstellenpassen vs Torejagd

von Nils Poker

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In dieser Spielform müssen die Teams unterschiedliche Aufgaben erfüllen, wodurch sich für die Teams auch verschiedene Trainingsfokusse ergeben. So stehen für das Überzahlteam besonders offensive Aspekte im Mittelpunkt, während sich das Unterzahlteam besonders auf die Defensive und nachfolgendes Umschaltspiel konzentrieren muss.

Grundregeln:

  • Weiß (Überzahlteam) erzielt Punkte übers Durchspielen des zentralen Quadrates mittels Pässen und oder Dribblings
  • Bei Pass auf einen der eigenen Spieler im Quadrat, sowie erfolgreichen rausleiten in der Folgeaktion gibt es zwei Punkte
  • Rot (Unterzahl) kontert nach Balleroberung auf die Minitore
  • Bei Ausball geht es immer bei Weiß wieder los

Für Weiß steht insbesondere das Spiel durch die Schnittstellen im Fokus. Hierzu muss nicht nur der Pass gut gespielt werden sondern auch das Anbieten der Mitspieler „auf Lücke“ wird gefordert. Innerhalb dieses Fokus sollen die Spieler aber auch stabil zirkulieren, um möglichst selten den Ball zu verlieren und die Zahl der gegnerischen Konter gering zu halten. Die Spieler sollen unter großem Gegnerdruck die richtigen Entscheidungen treffen. Durch die kurzen Distanzen zu den Toren wird Weiß schon implizit zum Gegenpressing nach Ballverlusten angehalten. Außerdem fordere ich dieses immer auch sehr explizit.

Die Rolle der zentralen Spieler bei Weiß ist wesentlich komplexer, als die der äußeren, da sie aus allen Richtungen Druck bekommen können und der Raum für sie viel enger ist. Insbesondere diese Spieler können hinsichtlich ihres Anbiet- und Umblickverhaltens gecoacht werden. Ich besetzte diese Rollen meist mit Akteuren von denen dies meist auch im Spiel verstärkt gefordert wird (6er,8er,10er) oder mit Akteuren, deren die ich in diesem Kontext gezielt verbessern möchte gerade, weil der Fokus für sie sonst nicht so hierdrauf liegt.

Rot wiederum muss nicht nur intensiv verteidigen und verschieben, sondern muss sich auch gut staffeln, um Passwege zu schließen und den Raum in der Mitte zu kontrollieren. Hierzu müssen die Spieler sich clever positionieren und ihre Deckungsschatten nutzen. Außerdem wird das Herausrücken auf Gegner mit Ball trainiert, das Timing, sowie das Verhalten der Mitspieler im Nachrücken kann durch Coaching angepasst werden.

Erweiterung I:

  • Weiß kann außerdem durch 10 Pässe am Stück einen Punkt erzielen

Damit Rot sich nicht nur auf die Kontrolle des Raumes im Zentrum konzentrieren muss, sondern auch zu aggressiveren Pressing gezwungen wird kann man die Erweiterung I nutzen. Durch diese wird eine ruhigere Zirkulation von Weiß belohnt, was je nach der eigenen Trainings- und Spielphilosophie auch wünschenswert sein kann.

Erweiterung II:

  • Rot muss nach der Balleroberung mindestens 1 (oder 2) Pässe spielen bevor ein Tor erzielt werden darf

Durch diese Erweiterung wird das Gegenpressing für Weiß etwas erleichtert. Dies kann insbesondere Sinn ergeben bei Mannschaften, die mit dem Konzept des Gegenpressings noch nicht so vertraut sind

Erweiterung III: Gegnerdruck von hinten

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Erweiterung: Gegnerdruck von hinten

  • Rot besitzt nun noch zwei Akteure außerhalb des Spielfeldes, die sich um das Spielfeld herumbewegen dürfen und attackieren dürfen, wenn ein Gegner in ihrer Nähe angespielt wird
  • je nach Spielerlevel kann man Regeln einführen, wie lange die eingestarteten Akteure im Feld verbleiben dürfen (Zeitlimit, Passlimit, etc)
  • Nach Balleroberung Rot dürfen diese Spieler auch am Konter teilnehmen

Durch diese Erweiterung wird die Übung für Weiß wesentlich erschwert, weshalb die Spieler schon recht fortgeschritten sein sollten. Der Gegnerdruck kommt nun nicht mehr wie bisher für die äußeren Spieler von Weiß nur aus dem Zentrum des Feldes und damit aus dem eigenen Blickfeld, sondern auch von hinten. Hierdurch wird implizit der Umblickverhalten (Schulterblick) sowie damit verbunden die Pressingresistenz gefördert.

 

 

 

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