Türchen 6

7vs7+2 Diagonality Game

von Moritz Kossmann

 English Version below

diagonality-game

Diese Spielform wurde von uns während der Saison kreiert, um mit den Spieler (implizit) das Kombinationsspiel, Diagonalität und das Bewegungsspiel zu trainieren. Es ist eine höchst komplexe Spielform, die den Spielern sehr viel abverlangt, demnach ist eine gute Periodisierung der Trainingseinheit notwendig. Es ist generell anzumerken, dass die Spieler aufgrund der hohen Komplexität zunächst Probleme haben werden, wobei der Trainer dabei ruhig bleiben sollte and posibly use the principles of incubation.

Das Feld ist 36 Meter lang und 50 Meter breit und wird dann durch drei horizontale und fünf vertikale Linien (Flügel, Halbraum, Zentrum, Halbraum, Flügel) unterteilt, wodurch ein Netz aus 15 10 mal 10 Meter großen Rechtecken gebildet werden. In den Halbräumen werden je zwei Minitore aufgestellt. Gespielt wird mit 16 Spieler, zwei Teams zu je sieben Spielern und zwei neutrale Spieler, die immer das Team in Ballbesitz unterstützen. Es ist möglich auch mit einer höheren oder geringeren Spieleranzahl zu spielen, wobei dann die Feldgröße angepasst werden muss.

Gespielt wird mit folgenden Regeln

  • Spieler können in jedes beliebige Feld passen, wenn sie dies mit dem ersten Kontakt tun
  • nutzen Spieler mehr als einen Kontakt, dürften sie nicht in ein horizontal oder vertikal angrenzendes Feld spielen, es muss diagonal gespielt werden.
  • neutrale Spieler haben nur einen Kontakt zur Verfügung. Sie können dafür jederzeit und überall angespielt werden (zentrale Spieler/Verbindungsspieler sollten dafür genutzt werden).
  • 10 Pässe (oder gegebenfalls weniger) zählen ebenfalls als Tor. (Dies soll das verteidigende Team zu einem aktiveren Pressing führen, wobei durch die Überzahl/Unterzahl-Situation ballorientiert gepresst werden muss)
  • Tore in eines der Minitore in den Halbräumen können jederzeit erzielt werden
  • Spieler können stets aus ihrem Feld in ein anderes Feld dribbeln

Diese Regeln können natürlich variiert werden. Zum Beispiel könnten vertikale oder horizontale Pässe erlaubt werden, je nach der Art der Ballzirkulation, die fokussiert werden soll. Zudem könnten statt der 1-Kontakt-Regel eine 2-Kontakt-Regel eingesetzt werden. Regel für Gegenpressing, etwa Bonuspunkte für eine Rückeroberung des Balles in dem selben Feld, in dem er zuvor verloren wurde, sind ebenfalls eine Option. Um das Spiel zu vereinfachen könnten mehr neutrale Spieler eingesetzt werden, so wäre etwa ein 6vs6+4 statt einem 7vs7+2 möglich.

Unserer Erfahrung nach hatte diese Spielform die folgende positiven Auswirkungen:

  1. hoher Fokus auf das Zentrum und die Halbräume durch deren höhere diagonale Bedeutung
  2. Gute Dreiecksbildung, durch die Notwendigkeit stets diagonale Anspielstationen zu kreieren
  3. One-touch-Fußball und generelleres Kombinationsspiel werden fokussiert
  4. offene Stellung bei der Annahme wurde durch die Diagonalität implizit gefördert
  5. Orientierung vor und nach der Ballannahme wird fokussiert
  6. Spieler achten mehr auf die Bewegung ohne Ball und erkennen deren Bedeutung

Negativer Aspekt der Übung ist die Schwierigkeit für die Spieler, sie zu verstehen und richtig umzusetzen. Für den Trainer ist es zudem nicht einfach, stets auf die Einhaltung aller Regeln zu achten. Demnach ist es empfehlenswert zumindest einen Assistenten an der Seite zu haben, der beim Passzählen oder der Einhaltung der anderen Regeln hilft. Zudem ist diese Spielform eher für fortgeschrittene Spieler zu empfehlen. Nichtsdestotrotz ist es, wie bereits eingangs erwähnt, möglich die Regeln zu adaptieren und auf das jeweilige Niveau des Teams anzupassen.

Als mein Team die Übung zum ersten Mal spielte, musste ich in den ersten fünf Minuten immer wieder anhalten und die Regeln nochmal erklären. Danach gab es aber einen sehr guten Spielfluss. Die Übung wurde als Hauptteil der Trainingseinheit verwendet. Im Anschluss wurden alle Regeln aufgehoben und auf dem selben Feld ein freies Spiel im 8vs8 gestartet. Der Übergang war dabei erstaunlich gut, die Spieler haben mit der gleichen Diagonalität im Bewegungsspiel gespielt und dabei sogar angefangen etwas besser zu kombinieren, durch die Schaffung von guten Verbindungen während auch häufig direkt gespielt wurde.

Als Spielzeit würde ich 3×5 Minuten empfehlen. Die Spielform hat hohe physische (konstante Notwendigkeit der Bewegung ohne Ball) und kognitive (Spielen mit Einhaltung der Regeln) Anforderungen, demnach stehen die Spieler unter einer sehr hohen Belastung. Die Frage der Spielzeit ist aber natürlich auch sehr teamspezifisch.

Aufgrund des hohen impliziten Lernfaktors würde ich auf explizites Coaching verzichten. Ich habe den positiven Effekt der Diagonalität in den Pausen (je zwei Minuten) erklärt und Effizienz im Bewegungsspiel (Verbindungen schaffen, Blind-Side-Movement, Timing der Bewegungen) gefordert.

 


This was a game-form that we created during the season for our players to (implicitly) improve in combination play, diagonality and off-the-ball movement. It is a highly complex form which is extremely demanding on the players, therefore good periodization within the session is paramount. It is generally important to note that, as this form is very complex, players will struggle initially, remain calm as a coach, and possibly use the principles of incubation.

The field is 36 meters long and 50 meters wide. From here we subdivide the field with 3 horizontal and 5 vertical lines (wide, halfspace, middle, halfspace and wide) making a grid of 15 12×10 meter rectangles. mini-goals are placed in each halfspace on the goal line for the teams to score into. In total, we play this form with 16 players in a 7v7 with 2 neutral players to support the team in possession. It is possible to play this form with more (or less) players, however then the field dimensions should be in or decreased. The rules are as follows:

  • Players are free to pass the ball into any field if they use 1 touch only
  • If players use more than 1 touch on the ball they are not allowed to pass the ball into a horizontal or vertically adjacent field, only into a diagonal field
  • Neutrals only have 1 touch (but can receive anywhere at all time) (Central players/connection givers should be used here)
  • 10 (or less) passes (also) equal a goal. (to force the defensive team to press actively and in a ball-oriented fashion due to being in a majority vs minority situation due to the supporting neutral players)
  • Goals can be scored at any time
  • Players can dribble out of fields at any time

These rules can be varied of course. For example, vertical or horizontal passes can be allowed depending on what kind of circulation you want to focus on. Also, a 2-touch rule could be used instead of a 1 touch rule. Counterpressing rules, such as receiving a bonus points for winning the ball back in the field where you lost it, could be used. To make the game easier more neutral players could also be used, for example by playing the form in a 6v6+4 instead of 7v7+2.

In our experience this form had the following major positives:

  1. A high focus on the center and halfspaces due to their higher diagonal value
  2. Great triangulation due to players having to create diagonal options constantly
  3. 1 touch play and general combination play severely overloaded
  4. Open positions when receiving are implicitly encouraged by the diagonality
  5. Orientation prior to and after receiving the ball is overloaded severely
  6. Players become very aware of off the ball movement, and how important it is

The major negative of this form is obviously that it is extremely difficult for players to understand an implement early on. It is also very difficult for coaches to keep track of all the rules. Therefore, I recommend to have at least one assistant coach there to assist with pass-counting or to make sure that the other rules are adhered too. Also, this is a game to be used mainly for advanced players. Nevertheless, as mentioned earlier it is possible to easily add or subtract rules to make it more applicable to your teams’ level of play.

When my team did this form for the first time it took about 5 minutes of doing it, stopping every now and then to explain some rules over. After that we had a great flow of play. I used this as main part of a session. Afterwards we removed all playing rules and played 8v8 on the same field. The carry-over was quite amazing, players kept the diagonality in their off the ball movement and started combining even more handsomely creating constant useful connections with 1 touch being used prominently.

I would recommend 3×5 minutes of play. This form has a high physical (constant need for off the ball movement) and cognitive (play according to the rules) overload character, therefore players are placed under a very high strain. Of course timing of the exercise is also very team specific.

Due to the high implicit learning factor, I would revert from using explicit coaching during active play. I highlighted the positives of playing diagonally in breaks of play (2 minute breaks at a time) as well as reinforcing efficient off the ball movement (creating connections, using the blind side, timing of movement).

 

 

 

 

 

 

 

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