Türchen 21: Über den Dritten durch die Mittelzone

Von David Goigitzer

Zu oft fand sich meine U13 in Situationen wieder, wo nach einem Vertikalpass keine adäquate Anschlussaktion gefunden wurde, wenn sich die Spieler nicht drehen konnte. Das Spiel über den Dritten ist ja bekanntlich ein wichtiges Prinzip, um sich aus Situationen mit hohem Druck zu befreien und einen Mitspieler mit Vorteil (meist geöffnetem, zum gegnerischen Tor gerichteten Sichtfeld) zu finden.

Aufbau

In einem Spielfeld, das eng genug ist, schnelle Kombinationen und kurze Kontakte zu fordern, wird eine Mittelzone aufgebaut. Spiel über den Dritten von dieser Mittelzone ausgehend wird mit zwei Punkten belohnt. Das Spielfeld wird vertikal in zwei Hälften geteilt. Ein Tor mit einem diagonalen Pass aus der ferneren Hälfte wird mit 3 Punkten belohnt.

Die Mittelzone sowie auch die Spielfeldteilung und die dazugehörigen Belohnungen sind jedoch nur Anreize zu bestimmten Verhalten und erzwingen es nicht. Mir ist wichtig, dass die Spieler stets alternative Lösungen finden können.

Zwar bevorzugte ich mit dieser Mannschaft ein zentral ausgerichtetes Ballbesitzspiel, wenn der Flügel jedoch frei ist, dann sollte er auch bespielt und genutzt werden, weshalb „normale“ Tore ebenfalls erzielt werden können, aber nur mit einem Punkt belohnt werden.

Punkteregelung auf einen Blick

  • Wird der Ball in die Mittelzone, und von dort dann innerhalb von zwei Kontakten zu einem Dritten gespielt, ergibt das 2 Punkte
  • Ein diagonales Tor aus der ferneren Hälfte gespielt ist 3 Punkte wert
  • Ein Tor „normal“ aus dem Spiel erzielt ist 1 Punkt wert

Coachingpunkte

Vororientierung kann hier als wichtigster Coachingpunkt herausgehoben werden. Hierbei ist es wichtig für die Spieler sich nach dem „Dritten“ umzusehen. Der erste Passgeber kann bereits einen Spieler sehen, den er angespielt haben möchte, das kann verbal oder mit der Passrichtung kommuniziert werden.

Ebenso ist das Umblickverhalten und die Suche nach einem Mitspieler für den zweiten Spieler in der Kette wichtig, der sich bereits vor dem ersten Kontakt entschieden haben sollte, welchen Mitspieler er anspielen möchte.

Außerdem sollte der ständige Blick zum Tor, vor allem zum diagonalen auf der ballfernen Seite, gecoacht werden, um den Spielern schnell Entscheidungen zur passenden Spielfortsetzung aufzuzeigen. Eine offene Körperposition und die Bedeutung davon genießt ebenfalls gehobene Priorität im Coaching.

Ich verwende diese Übung gerne, weil sie sehr simpel ist und wenig explizites Coaching verlangt. Das gewünschte Verhalten wird durch die Regeln sehr einfach gefördert, begrenzt die Spieler jedoch nicht in ihrer Entscheidungsfindung und engt sie nicht ein. Mit wenigen Regeln agieren die Spieler frei, und werden dennoch in eine bestimmte Richtung geleitet, ohne dass dieses „Leiten“ zu aggressiv ausfällt.

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