Türchen 20: 3 gegen 3 plus 2 zu 6 gegen 5

Von Christopher Toetz

Aufbau und Regeln

Das Spielfeld wird in Endzone – Zwischenzone – Mittelzone – Zwischenzone – Endzone unterteilt.

Jedes Team wird einem festen Tor + Torwart zugeordnet. Die Mittelzone wird von jeweils 3 Spielern aus 2 Mannschaften sowie 2 neutralen Spielern (2 Kontakte) auf den Seitelinien besetzt. Die jeweiligen Zwischenzonen besetzen 2 Verteidiger und 1 Angreifer auf der Linie zur Endzone plus 2 Angreifer in den seitlichen Dreiecken.

Startpunkt ist die Mittelzone. Aus einem 5(3+2)v3 soll die Ballbesitzmannschaft 5 zählbare Pässe für ein Angriffsrecht erspielen. Zählbare Pässe sind alle diagonalen Pässe zwischen den Zonen sowie überschlagene Zonen.

Wenn die Anzahl der Pässe erreicht wurde, darf die angreifende Mannschaft die Mittelzone durch einen Pass auf einen Stürmer in der Zwischenzone oder einen einlaufenden Mittelzonenspieler verlassen. Bei letzterem zählt die zu überspielende Linie der Mittelzone kurzzeitig als Abseitslinie.

Sobald der letzte Pass aus der Mittelzone gespielt wird, dürfen auch alle Spieler in der bespielten Zwischenzone in ein freies Spiel übergehen und sind nicht mehr an Linie/Zone gebunden.

Ab diesem Moment ist das Spiel ein offenes 6v5 mit einem Zeitlimit von 10-15 Sekunden. Die 2 neutralen Spieler positionieren sich umgehend in der Mittelzone als Anspielstation für die verteidigende Mannschaft. Der erspielte Angriff endet bei Tor, Aus, Foul, Abseits, Festmachen durch Torwart, Verteidiger-Pass auf neutralen Spieler oder abgelaufenem Zeitfenster.

Parallel zum erspielten Angriff passt ein Trainer den Ball auf einen Stürmer in der nicht involvierten Zwischenzone für einen seperaten Angriff (5-8 Sekunden) im 3v2.

Punktezählung:

  • Verlassen der Mittelzone = 1 Punkt
  • Tor aus erspieltem Angriff = 2 Punkte
  • Pass der Verteidiger auf einen neutralen Spieler in der Mittelzone = 1 Punkt
  • Tor aus seperatem Angriff = 1 Punkt

Grundgedanken

Dieser Spielform liegt ein 4-3-3 mit verstärktem Zentrumsspiel zugrunde, wobei das Hauptaugenmerk der ballbesitzenden Mannschaft gilt.

Zudem handelt es sich bereits um eine erweiterte Variante, denn zuvor wurde der Teil aus der Mittelzone in einem Ballbesitzspiel ohne Spielrichtung durchgeführt, bei dem die Mannschaft mit der höchsten Passkombo (zählbare Pässe in einer Ballbesitzphase) als Gewinner hervorging.

In der Mittelzone sollen die Spieler zu besseren Positionsfindung hinsichtlich Raum und Mitspieler geleitet werden. Die zählbaren Pässe zwingen die Spieler offensichtlich zu den gewünschten diagonalen und/oder raumgreifenderen Zuspielen. Zudem sollen die neutralen Anspieler mit Kontaktbegrenzung als wichtige Breitengeber (daher bestenfalls Außen- bzw. Flügelverteidiger dort positionieren),

Überzahlspieler und Zentrumsöffner wahrgenommen werden. Als Trainer versuchen wir noch explizit auf Körperstellung, Vororientierung (auch Richtung Zwischenzone), Folgeaktionen und verbale/non-verbale Kommunikation untereinanderer einzugehen.

Der Pass in die Zwischenzone dient Angriffsauslöser und einem damit einhergehenden Rhythmuswechsel. Als Auslöser dienen uns generell ein Anspiel eines Halbraumstürmers/Zentrumspielers bei offener Stellung oder eine Ablage innerhalb des Zwischenlinienraums, wie z.B. von Stürmer auf Halbraumstürmer oder Halbraumstürmer auf 8er.

Die temporäre Abseitslinie bei einem Pass auf einen Zentrumspieler aus der Mittelzone heraus soll passendere/s Timing und Dynamik für den jeweiligen Passempfänger provozieren. Das tickende Zeitfenster unterstützt die Zielstrebigkeit zum Tor, die drohende Gefahr eines Zuspiels auf die neutralen Spieler die offensive Staffelung sowie das damit einhergehende Gegenpressing. Zudem wird die Wichtigkeit eines abgeschlossenen Angriffs deutlich, welche auch aktiv herausgestellt werden sollte.

Mit den Regeln kann es also gut sein, dass die vermeintliche Angriffsmannschaft mit einem Rückstand aus der Situation geht. Der seperate Angriff (siehe „Aufbau und Regeln“) dient also nicht nur dazu die restlichen Spieler in Bewegung zu bringen, sondern erhöht auch gleichzeitig den Druck alle Aktionen konzentriert und möglichst erfolgreich auszuspielen.

Zusatz

Neben den Variationen der gängigen Parameter wie Spieler-, Pass- oder Kontaktanzahl lässt sich diese Spielform auch für kleiner Flächen umformen. Einerseits lassen sich bei den äußeren Zonen noch ein paar Meter sparen, andererseits kann auf einer Spielfeldseite einfach das Tor gegen Minitore ausgetauscht werden, wodurch die Endzone logischerweise kleiner wird.

Das Spielfeld-Layout war ursprünglich ein gleichmäßiger Schlauch (Breite der Mittelzone), bei dem die Halbraumstürmer an den seitlichen Linien der Zwischenzone gebunden waren. Da wir vorne jedoch mehr Breite haben wollten, haben wir die Zonen einfach vergrößert und die Dreiecke für die Halbraumstürmer genutzt.

Kommentare sind geschlossen