Türchen 15

4v4 + Anspieler im Hexagon

von Tim Stegmann, Wolfsburg U17

 

 

Dieses Positionsspiel haben wir in unserer U17 zuletzt häufiger benutzt. Für uns geht es darum, schnelle Passfolgen in diagonaler Richtung zu forcieren. Grundsätzlich ist dies auch der Gedanke, der bei dieser Spielform dominiert, neben den Themen, die ohnehin immer ganzheitlich gefragt sind, wie Freilaufverhalten / Spiel ohne Ball; Passspiel, Timing finden, Anzahl der Kontakte, enge Situationen lösen, aber auch Verteidigen in engen Räumen, gegen schnelles Passspiel, etc. Zusätzlich lassen sich aber noch weitere Schwerpunkte, insbesondere durch die gezeigten Akzentuierungen, vertiefen. In einem als länglichen Hexagon gespieltem Feld spielen 4v4.

Die Seiten sind ca. 12 – 18m lang – je nach Schwierigkeitsgrad, etc. Ziel ist es die Anspieler der eigenen Mannschaft anzuspielen und einmal von Seite zu Seite durchzuspielen. Dies ergibt einen Punkt. Gleichfalls wird noch ein Punkt nach 8 Pässen vergeben. Die Anspieler sollen auf der ganzen Linie spielen und sich dementsprechend bewegen. Grundsätzlich können auch noch 2 vollkommen neutrale Anspieler an den Längsseiten eingebaut werden – beispielsweise um eine Doppelpass-Option für einen Durchbruch am Flügel zu bieten. Grundsätzlich gilt, dass sich die Anspieler gar nicht bzw. max. 1mal direkt gegenseitig anspielen dürfen. Nach kurzer Testphase, kann der Trainer jeweils auf die Bedürfnisse seiner Mannschaft anpassen – Kontaktbegrenzung können je nach Charakter der Mannschaft beim schnellen Spiel helfen.

Falls zuviele Flugbälle auf die Anspieler folgen, diese via Regel unterbinden bzw. den Außen nur 1K geben. Spielzeit je nach Saisonphase und Belastungstag innerhalb der Trainingswoche zwischen 1:30 Min. und 3 Min. Dabei allerdings nicht den Fokus einzig und allein auf die Offensive legen: In einem engen Raum gilt stets, dass die Verteidiger in enger Zuordnung bzw. mit engem Kontakt den Gegner verteidigen. Hier sollte es zu keinen Zuordnungsproblemen kommen – enger Raum = enge Verteidigung. Je nach Themenschwerpunkt könnte auch in Verbindung mit Passspiel die Anschlusshandlung Offensiv-Dribbling eingebaut werden, um aus dem engen Raum auszubrechen. Nach 2x 8 Pässen beispielsweise wäre es erlaubt, die gegnerische Linie zu überdribbeln. Gegner (auch Anspieler auf der Linie) dürfte das verhindern. Ggf. zusätzliches Ziel zum Torerfolg (Minitore) einbauen. Anderes Signal zum 1v1 außer zweimaligen 8 Pässen könnte auch sein, 3x erfolgreich von Anspieler zu Anspieler durchgespielt zu haben. Ein dann erzieltes Tor zählt dreifach – verdoppelt also die vorherig erzielten Punkte.

Steigerungen / Variationen:

Variante 1: Anspieler dürfen mit ihrem 1. Kontakt ins Feld wechseln. Auf diese Weise wird ein „Gammeln“ der Anspieler verhindert, die sofort vororientiert erkennen müssen, ob Raum für ein Tempodribbling ist, oder ein schneller Pass zum Mitspieler möglich ist. Auch die Folgebesetzung der Außenposition kann variiert werden. Entweder wechselt der Passgeber auf die Position, was den Vorteil hat, dass die „Nachfolge“ der Position klar geregelt ist. Da wir jedoch im Spiel nicht wollen, dass die Spieler ihren Pässen nachlaufen (sprich Raum zulaufen), ist die Regelung sinnvoller, dass der Anspielpunkt von einem dritten Mitspieler übernommen wird. Dies fördert darüber hinaus die Kommunikation sowie die Übersicht der Spieler.

Variante 2: Dreieck 1. Falls mit Neutralen auf der Seite gespielt wird, erhalten diese ein Dreieck. Auf diese Weise muss ein Angebot immer in „offener“ Stellung erfolgen. Das Dreieck markiert außerdem eine Tabuzone, in die Verteidiger (aber auch Mitspieler) nicht hinein dürfen. Auf diese Weise ist auch eine entsprechende Passdistanz für die diagonalen Zuspiele gegeben.

Variante 3: Dreieck 2. Ein Zusatzpunkt wird erzielt, wenn ein Mitspieler über 2 Linien durch das zentrale Dreieck angespielt wird. Fokus: Zentrum schließen.

 

Variante 4:  Raute im Zentrum. Zusatzpunkt wird erzielt, wenn Mitspieler in der Raute angespielt wird und dieser den Ball direkt weiterspielt. Raute darf von Verteidigern nicht betreten werden, wohl aber zugestellt werden. Auf diese Weise fördern wir initiative Läufe, Freilaufverhalten – immer wieder in Lücken zu stoßen. Für die Raute gilt die 3 Sek. Regel aus dem Basketball – wenn ein Spieler in der Raute „parkt“, gilt dies als Foulspiel – Ballverlust

Variante 5: aus der Raute aufs Tor. Ein Zuspiel zum Mitspieler in die Raute kann auch anders belohnt werden: Wird dies geschafft, entsteht sofort ein diagonales Spiel auf Minitore. Die „neutralen“ Spieler (schwarz) werden dabei zu Überzahlspielern der Mannschaft, die sich das Angriffsrecht auf die Rauten erspielt hat (und bleiben auch nach einem eventuellen Ballverlust). In der Endform ensteht also die Möglichkeit, auf Tore zu gehen nach den folgenden Szenarien: – 3x von Seite zu Seite gespielt – 2x 8 Pässe gespielt – Mitspieler in der Raute angespielt.

Wie gesehen, gibt es aus diesem Aufbau auch noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten, kreativ zu werden. Für uns liegt der wesentliche Fokus in den offensiven Themen der Diagonalität, initiativen Läufen, Spiel ohne Ball, hohe Grundaktivität, immer wach, um auf Torerfolg gehen zu können. Nebenthema ist auch das Besetzen der Positionen durch Mitspieler und damit verbundene ständige Übersicht und Kommunikation. In der Defensive muss (auch um die Offensivqualität sicherzustellen), Enge in der Verteidigung herrschen – außerdem kommt es immer wieder zu 1v1 bzw. Zweikampfsituationen, in denen es um Torverhinderung geh

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