Türchen 17: Strafraumbesetzung

Von Nils Poker

Die abgestimmte Besetzung des gegnerischen Strafraums spielt bei vielen Trainern eine wiederkehrende Rolle. Um aus Durchbrüchen über den Flügel oder den Halbraum Torgefahr zu entwickeln ist eine passende, dynamische Besetzung der Box wichtig, damit die Hereingaben Abnehmer finden.

Die meisten Muster und Coachingpunkte bei hierfür dürften dem Großteil der Trainer und unserer Leser bekannt sein. Zumeist werden drei bis vier Zonen benannt, die für Hereingaben besetzt werden müssen.

  • Pfosten
  • Pfosten
  • Rückraum
  • (Absicherung für 2. Bälle)

Diese Zonen sollen von den eigenen Spielern dynamisch angelaufen werden. Hiermit soll erreicht werden, dass man sich von den gegnerischen Defensivspielern absetzen, bzw sich gegen sie durchsetzen kann um zum Torabschluss zu kommen. Teilweise werden die Angreifer in diesem Zusammenhang auch zum klassischen Kreuzen ihrer Laufwege aufgefordert.

Eine sehr passende Spielform, um viele Hereingaben zu generieren, stellt die dargestellte Idee von Yiannis Tsalatsidis dar.

Je nach Feldgröße und Abstand der Wandspieler zum Tor können eher flache oder hohe Hereingaben provoziert werden. Auch kann überlegt werden, ob man den Wandspielern erlauben möchte mit Ball ins Spielfeld hinein zu dribbeln.

In dieser Spielform können die Hereingabe Situationen und somit die Strafraumbesetzung häufig gecoacht werden. Leider sind diese Situationen in dieser Spielform nur schwierig 1 zu 1 aufs das richtige 11-vs-11-Fussballspiel übertragen werden. Aber obwohl diese Spielform nicht vollkommen spielrealistisch ist eignet sie sich sehr gut um die Prinzipien der Strafraumbesetzung zu coachen.

In der folgenden Spielform soll der Fokus somit mehr auf spielrealistischen Hereingaben liegen und zusätzlich auf dem Herausspielen von Durchbrüchen und Hereingaben, sowie dem Umschaltverhalten.

Aufbau

  • 5vs5 im Mittelfeld
  • 2 Neutrale Defensivspieler (Blau) im Zentrum
  • 2 Neutrale Offensivspieler (Gelb) auf den Außen

Regeln und Ablauf

  • Wenn eine Mannschaft im Feld in der Mitte 7 Pässe erzielt darf sie auf das große Tor zusammen mit den neutralen Offensivspielern das Tor attackieren. Hierzu muss die Mannschaft einen der neutralen Offensivspielern anspielen
  • Beide Mannschaften dürfen dann nachrücken
  • Wenn die verteidigende Mannschaft den Ball erobert kontert sie auf die Minitore

Varianten

  • Zeitlimits für beide Mannschaften, je nach Fähigkeiten des eigenen Teams
  • Großtor mit TW statt Konterminitore und der TW als Neutraler Spieler im Mittelfeld
  • Beide neutrale Offensivspieler auf einem Flügel

Coachingpunkte

  • Umschaltverhalten
    • Laufwege
    • Gegenpressing
    • Tempodribbling
  • Positionsspiel im Mittelfeld
    • Raumaufteilung
  • Strafraumbesetzung
    • Zonen besetzen
      • 1. Pfosten
      • 2. Pfosten
      • Rückraum
      • Absicherung
    • Timing

Durch die Startpositionen der offensiven und defensiven neutralen Spieler werden Angriffe über Halbraum oder Flügeldurchbrüche, sowie dynamisches Einlaufen in den Strafraum provoziert.

Dies kann noch stärker durch ein Zeitlimit für das Herausspielen des Abschlusses provoziert werden. Durch die Kontertore ist verteidigende Mannschaft gezwungen neben dem schnellen Angriff auch noch für die Absicherung des Gleichen zu sorgen.

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