Mesut Özil

ÖzilDer „50 Millionen Mann“- über die neue Rolle Özils bei Arsenal

Mit dem Transfer von Özil begann für die Gunners eine überragende Phase, die sie derzeit an die Tabellenspitze katapultiert. Der Rekordtransfer Özil hat bis heute schon sechs Spiele für Arsenal absolviert und in diesen bereits mit fünf Vorlagen geglänzt. Dies sind beeindruckende Zahlen selbst für einen „50 Millionen Mann“. In den meisten Englischen Medien wird Mesut Özil bereits über den grünen Klee gelobt und sie sehen ihn als den Verantwortlichen für den Aufschwung von Arsenal. Doch wie viel Anteil hat er an dem Aufschwung? Und vor allem wie viel Arsenal steckt schon in Özil und wie viel Özil in Arsenal? Kann eine Entwicklung entstehen, die weit mehr wert ist als 50 Millionen?

Eine weitreichende Umstellung – von den Königlichen zu den Gunners

Özil erlebte bei den Königlichen drei Saisons, die ihm Titel und Ruhm brachten. Er erhielt eine Prägung, die wahrlich Königlich ist: er wurde von einer klassischen Mourihno Mannschaft inspiriert; und damit von einem Team, das hinten gut steht und vorne gut kontert. In dieser Mannschaft war er perfekt aufgehoben, denn die Philosophie von Mourihno half ihm, seine Stärken im Konterspiel exzellent in Szene zu setzen. Außerdem schaffte Özil es immer wieder, bei Kontern die offenen Räume der Gegner zu finden und zu bespielen.

Özil ist kein Spieler, dem man seine Qualitäten direkt ansieht, sondern man sieht an der Entwicklung des Teams, welche Qualitäten Özil hat. Mit Ancelotti kam ein Trainer, der Özil nicht mehr als wichtigen Baustein seiner Philosophie sah. Ancelotti wollte anders spielen, als Mourihno und traute Özil den Schritt zu der neuen Gangart wahrscheinlich nicht zu. Daraus folgte der bekannte 50 Millionen Deal, der Özil von den Königlichen loseiste.

Für Özil war es ein Wechsel von Real Madrid zu Arsenal, aber vor allem ein Wechsel der Philosophie, die ihn jahrelang geprägt hat. Dieser extreme Rollenwechsel kann mit Bravour nur von Spielern der Kategorie Özil gemeistert werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Özil die neue Philosophie annehmen und verinnerlichen könnte – aber ist das überhaupt zielführend?

Wie definiert sich Özils neue Rolle?

Es ist nun die Herausforderung von Wenger zu zeigen die Gesamtkomposition leuchten zu lassen. Keine leichte Aufgabe, angesichts der Tatsache, dass Mourihno ein Trainer ist, der sein Team sehr dominant prägt. Nach bereits sechs absolvierten Spielen, konnte man schon sehen, dass Özil immer wieder in das alte Mourinho Schema zurückfällt, es fällt ihm schwere, sich in das Kombinationsspiel von Arsenal London einzubinden.

Bei Real Madrid musste er weniger kurze Pässe spielen und sollte eher die offenen Räume mit präzisen Pässen bespielen. Bei Arsenal soll er eher Räume überladen und den ansehnlichen Kombinationsfußball von Wenger praktizieren. Dieser beruht auf vielen, kurzen Pässen auf wenig Raum. Momentan probiert Özil noch zu oft mit Schnittstellenpässen den Angriff schnell zu vollenden. Findet er hier nicht das perfekte Mittelmaß, wird es den Gunners dann in wichtigen Räumen an Spielern fehlen, was ihre klassische Erfolgsstrategie letzen Endes verhindert.

Mit Özils direkterer Spielweise zum Tor?

Gegen West Bromwich Albion spielten mit Ramsey, Flamini, Arteta und Wilshere vier eher kombinative Spieler, die bestimmte Räume überladen und ihr klassisches Spiel aufziehen sollten. Dies bedeutete für Özil, dass er eine Rolle einnehmen sollte, die eher der Prägung unter Mourihno glich. Es könnte auch eine Chance sein, das Spiel von Arsenal vielseitiger zu gestalten und mit einer weiteren Stärke für Gefahr zu sorgen. Das Ballbesitzspiel braucht jemanden, der den Angriff mit einem Schnittstellenpass in gefährliche Räume lenkt. Mit Özil könnten die so entstandenen Lücken bespielt werden. Dies würde Arsenal in manchen Räumen gefährlicher machen und zu einer Leistungssteigerung führen. Er hilft Arsenal also, die manchmal zu verschnörkelten und zu kompliziert gedachten Angriffe durch seine gradlinige und ziemlich direkte Spielweise zu Ende zu bringen und in Tore um zumünzen. Dies zeigte sich schon gegen West Brom an dem Tor von Wilshere, dass Özil mit einem direkten Pass einleitete.

Fazit

Das Ziel muss sein, Özils unter Mourihno erarbeitetes Profil mit Arsenals Stärken zu kombinieren. Nutzt man seine direktere Spielweise und motiviert man ihn zu einem konbinativeren Spiel, könnte man die Philosophie von Mourihno beibehalten und zum eigenem Vorteil nutzen. Schafft Wenger es also, seine alte Prägung konstruktiv in seine Philosophie zu integrieren, so könnte Özil tatsächlich ein neues Arsenal prägen, das um einiges Facetten reicher sein wird.

Mit dem Transfer könnte Wenger also zum ersten Mal gravierend von seiner Philosophie abrücken und mit Özil einen vielseitigen Spieler in seine Mannschaft einbauen, der die Gunners nach ein paar Jahren endlich wieder gefährlich macht.

Özil prägt Arsenal und Arsenal Özil. Eine Verbindung, die sowohl Özil als auch Arsenal besser macht, da beide an Vielseitigkeit gewinnen, die endlich zum erhofften Gewinn führt.

Dieser Beitrag wurde nach der Verpflichtung von Mesut Özil geschrieben, ist aber aus meiner Sicht immer noch aktuelle, weil ein paar thematisierte Probleme, immer noch präsent sind. Manche Zahlen sind aber nicht mehr aktuelle.

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